Die UWG hat noch nicht fertig

von Redaktion

Stadtratswahlen

Die UWG hat einen Stadtratssitz verloren und darf sich doch als klarer Sieger der Kommunalwahl in Waldkraiburg fühlen. Klingt komisch. Ist aber so! Denn nicht nur ihr Bürgermeisterkandidat Robert Pötzsch hat seinen Titel mit imponierender Deutlichkeit verteidigt. Auch die Stadtratsfraktion hat unter schwierigen Bedingungen ihre Position gehalten. Drei Fraktionen buhlten 2014 um die Gunst der Wähler. Diesmal waren es mehr als doppelt so viele. An der UWG ist das fast spurlos vorübergegangen. Alle ihre Stadträte, die erneut kandidierten, wurden bestätigt.

Davon kann die CSU nur träumen. Sie hat nach dem Debakel von 2014 mit diesen Wahlen den Nimbus der „Waldkraiburg-Partei“, die vor zehn Jahren noch mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit die Geschicke der Stadt bestimmte, wohl auf längere Zeit verloren.

Dabei hatte sie die Trendwende versucht, neue, jüngere Kandidaten auf die Liste genommen. Den Abgang von Stimmensammlerinnen wie Inge Schnabl, Eva Köhr, Annemarie Deschler konnte sie nicht annähernd kompensieren. So wenig wie die SPD das Ausscheiden ihrer parteilosen Aktivposten Susanne Engelmann und Andreas Knoll.

CSU und SPD standen auf verlorenem Posten – auch deshalb, weil keine Wechselstimmung in der Stadt aufkommen wollte. Die Unabhängigen haben noch nicht fertig. Sie haben die Kraft und den Willen, etwas zu bewegen. Dieses Signal ist bei vielen Wählern angekommen: Die UWG fällt nicht um, trotz schärfstem Gegenwind.

2020 haben ihr die Wähler deshalb eine zweite Chance gegeben. Die wird sie nutzen müssen. Mit dem Ergebnis wächst den Neulingen von 2014 mehr Verantwortung zu, die Leaderrolle. In einem Stadtrat, der unübersichtlicher wird. In dem es schwieriger wird, Entscheidungsprozesse zu organisieren und in dem mit der AfD eine unberechenbare Größe ins Spiel kommt.

Die UWG wird noch klarer sagen müssen, wohin sie will, wird besser kommunizieren und die Bürger mitnehmen müssen. Auch deshalb weil der Stadtrat dem Absturz der Wahlbeteiligung nicht tatenlos zusehen kann. Einmal weil sie der Vertretung Waldkraiburger Interessen im Kreis schadet. Vor allem aber, weil die Abstinenz der Wähler in Waldkraiburg langsam eine Dimension erreicht, die die Frage nach der Legitimation der Gewählten aufwirft.

Artikel 8 von 11