Das neue Löschfahrzeug ist da

von Redaktion

Pürtener Feuerwehr macht ihr Gelände in 500 Stunden Eigenleistung Lkw-tauglich

Waldkraiburg-Pürten – Fast wäre diese gute Nachricht durch die Corona-Krise untergegangen: Die Freiwillige Feuerwehr Pürten hat ihr neues Feuerwehrauto in Dienst gestellt. Das Löschfahrzeug mit neuer Beladung ersetzt ein altes Löschgruppenfahrzeug LF 8 und kostet rund 236000 Euro.

Die Ersatzbeschaffung wird seit dreieinhalb Jahren vorbereitet. Eine Delegation der Pürtener Wehr um Kommandant Michael Heindl hat das Fahrzeug zusammen mit Ordnungsamtsleiter Norbert Meindl bei der Firma Ziegler im sächsischen Mühlau in Empfang genommen.

Das bisherige Löschgruppenfahrzeug LF8 war nach über drei Jahrzehnten den gestiegenen Anforderungen in der Fahrzeug- und Einsatztechnik nicht mehr gewachsen.

Führerschein aus eigener Taschebezahlt

Das neue, sogenannte „Mittlere Löschfahrzeug“ ist mit MAN-Fahrgestell und Ziegler-Aufbau ausgestattet, die größtenteils neue Beladung stammt von der Firma BAS. Ein Hochleistungs-Elektrolüfter, ein U-prim-Schaumlöschgerät, ein neuer Hochleistungsgenerator, erstmals neue Hohlstrahlrohre oder ein ausfahrbarer Lichtmast zählen unter anderen zur Ausstattung.

Für das große Engagement der Pürtener Feuerwehr spricht, dass zehn Kameraden aus eigener Tasche die für das neue Fahrzeug notwendige Lkw-Führerscheinprüfung Klasse C absolvierten. Damit ist nun jeder zweite Aktive befähigt, das neue Auto zu fahren.

Das Löschfahrzeug mit neuer Beladung schlägt mit rund 236000 Euro zu Buche. Beim Freistaat Bayern ist ein Zuschuss in Höhe von 51500 Euro beantragt. Auch der Feuerwehrverein will sich an den Beschaffungskosten beteiligen.

Da aktuell wegen der Corona-Krise alle Übungen und dergleichen abgesagt sind, stehen viele Übungsstunden mit dem neuen MLF an. Auch dessen Einweihung wird erst später erfolgen.

Damit auch das Feuerwehrgelände den Anforderungen des neuen Fahrzeugs gewachsen ist, hatte die Pürtener Wehr das Feuerwehrgelände neu gepflastert. Bislang war diese Fläche nicht Lkw-tauglich und schon arg demoliert – inklusive einer provisorisch nachbetonierten Regenrinne.

In Abstimmung mit der Stadt wurden Pflaster und Rinne in Eigenleistung erneuert. Allein vier Kipper Schutt transportierten die Feuerwehrleute ab. Mehrere Tage verbrachten drei bis sechs freiwillige Helfer – mit Unterstützung von zwei Pflasterern einer Firma – viele ehrenamtliche Arbeitsstunden auf dem Gelände. Auch Urlaubstage wurden dafür genommen, Jungfeuerwehrler halfen nach der Schule, und am Wochenende waren rund 20 Personen am Gelände beschäftigt. Schon nach Tagen und rund 500 Stunden Eigenleistung war der Großteil der Arbeit getan. Etwa 10000 Euro wurden dadurch der Stadt eingespart. Etwa 30000 Euro muss die Kommune für das Material und die hinzugezogene Firma aufwenden.

Artikel 9 von 10