Waldkraiburg – Mit dem Schrecken davon gekommen ist ein junger Rehbock. Das Tier war gestern gegen 9.15 Uhr bei St. Erasmus in den Innkanal gefallen. Aktive der Feuerwehr, Wasserwacht und THW Mühldorf konnten den Rehbock lebend retten.
Nur wenige Stunden nach seinem unfreiwilligen Bad war der junge Rehbock schon wieder gut auf den Beinen. „Ihm fehlt nichts“, sagte der Umweltreferent des Stadtrats und Jäger Done Brunnhuber, der als Aktiver der Feuerwehr Pürten beim Einsatz dabei war und nachmittags noch einmal bei dem jungen Tier nach dem Rechten sah.
Am Vormittag war der Rehbock bei St. Erasmus ins Wasser gefallen, eine Frau entdeckte das Tier bei einem Spaziergang bei Pürten. Die Feuerwehren aus Waldkraiburg, Pürten, Kraiburg und St. Ersamus, Wasserwacht und das THW Mühldorf rückten aus und konnten unterhalb von Pürten das Tier ins Boot ziehen. Zurück an Land rubbelten die Tierretter den etwa dreijährigen Rehbock mit Heu trocken und setzten ihn zum Aufwärmen ins Feuerwehrauto. „Wir haben ihn anschließend mit Heu zugedeckt und an einem sonnigen und windstillen Fleck in einem ruhigen Waldstück wieder ausgesetzt“, erklärt Brunnhuber. Schlimme Verletzungen habe das Tier nicht erlitten, es sei lediglich etwas an den Knien aufgescheuert gewesen.
Immer wieder stürzen Rehe in den Innkanal. Ein Umstand, über den sich Done Brunnhuber nicht zum ersten Mal ärgert. Er macht den großen Freizeitdruck und freilaufende Hunde am Innkanal rund um Waldkraiburg dafür verantwortlich. Es gebe viele vernünftige Hundehalter, aber leider auch welche, die ihre Hunde unkontrolliert laufen lassen würden. „Nur weil Hunde das Wild hetzen, muss die Feuerwehr ausrücken. Das ist nicht in Ordnung“, sagt er. Deshalb hat er schon vor längerem eine Leinenpflicht im Stadtrat gefordert. Hilfreich könnte auch ein Zaun entlang bestimmter Bereiche am Innkanal sein. Neben Ausstiegshilfen sei dies auch Thema bei einer Begehung am Innkanal unter anderem mit dem Betreiber und Jägern gewesen. Brunnhuber ist überzeugt: „Damit könnten wir die Zahlen der verunglückten Rehe in den Griff kriegen.“