Hunderte Erdkrötenmännchen auf Brautschau

von Redaktion

Bund Naturschutz: Amphibienbestand in städtischen Parks spricht für Naturnähe

Waldkraiburg – Auf Brautschau sind einige hundert Erdkrötenmännchen in Waldkraiburgs Parkanlagen. Wie der Bund Naturschutz (BN) feststellt, besteht seit Jahren im Stadtpark und im Siemenspark ein bedeutender Krötenbestand. Bei jährlichen Zählungen der Männchen Anfang März werden die Tiere vom BN erfasst.

„Die Weibchen sind viel heimlicher und kommen nicht jedes Jahr zum Laichgewässer“, so Amphibienexperte Dr. Andreas Zahn. „Die Männchen warten am Ufer auf die Damen und können dabei gut beobachtet werden.“ Ihre Anzahl ist daher eine Kenngröße des Amphibienbestandes. 2020 wurden im Stadtparkteich 213, im Siemenspark 192 Tiere gezählt. Maximal waren es in den Vorjahren 613 Krötenherren im Stadtpark, 455 im Siemenspark. Rechnet man Weibchen und noch nicht geschlechtsreife Jungtiere ein, dürften in beiden Parkanlagen bis über 1000 Erdkröten leben.

Die geringen Zahlen in diesem Frühjahr liegen laut BN an den trockenen Sommern der Vorjahre. Denn denn bei Trockenheit haben die Jungkröten im Sommer und Herbst schlechtere Überlebenschancen. Damit nehmen die Bestände ab.

Daneben kommen auch Berg- und Teichmolch in den Parkgewässern vor. Sie besiedeln besonders den kleinen, im Winter abgelassenen Teich neben dem großen Stadtparkweiher, da hier keine Fische leben, die den Molchlarven nachstellen. Der Grasfrosch ist aus diesem Grund schon vor etlichen Jahren ausgestorben: Seine Kaulquappen werden von Goldfischen liebend gerne gefressen, im Gegensatz zu denen der Kröten.

Dass so bedeutende Amphibienbestände in Waldkraiburgs Parkanlagen leben, ist nach Ansicht des BN ein gutes Zeichen, spricht es doch für eine erhebliche Naturnähe. Der Naturschutzverband appelliert zugleich an Gartenteichbesitzer, keine Fische in ihre Teiche einzusetzen oder fischfreie Zweitteiche anzulegen, da Fische die Larven der meisten Amphibienarten vertilgen.

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