Waldkraiburg – Die bajuwarische Mentalität wäre der südtirolerischen doch ziemlich ähnlich, glaubt Elisabeth Knapp, die seit über einem Jahr als Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Mühldorf tätig ist. Die gebürtige Südtirolerin, aufgewachsen auf dem elterlichen Bauernhof, hatte daher keinerlei Eingewöhnungsschwierigkeiten, als sie nach Oberbayern umsiedelte.
Elisabeth Knapp fühlte sich aufgrund der ihrer Ansicht nach bayerisch-südtirolerischen Gemeinsamkeiten im Landkreis Mühldorf gleich heimisch. Die 30-Jährige studierte zunächst in Innsbruck Biologie. Später schloss sie in Wien ihr Masterstudium Naturschutz und Biodiversitätsmanagement ab.
Katzensprung
nach Mühldorf
Elisabeth Knapp arbeitete in der Umweltbildung in Kufstein, bevor sie die Stellenausschreibung zu dem besetzenden Posten im LPV Mühldorf entdeckte. „Von Kufstein nach Mühldorf ist es ja nur ein Katzensprung“, stellt die junge Frau für sich fest. Seit Februar 2019 steht sie an der Spitze des Verbandes, der im September 2018 als 62. Landschaftspflegeverband in Bayern gegründet wurde, in Waldkraiburg wohnt sie.
Gleichberechtigung
ist gewährleistet
Der LPV ist ein Zusammenschluss aus Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutzbehörden. Mit dieser sogenannten „Drittelparität“ sei ein gleichberechtigtes Miteinander gewährleistet. Eine der Hauptaufgaben des Verbandes sieht die Geschäftsführerin im gemeinsamen Entwickeln von Konzepten und Maßnahmen wie die heimische Natur bewahrt beziehungsweise wieder hergestellt werden kann.
Ziel ist es, Naturschutz und Landschaftspflege im Landkreis Mühldorf zu fördern. Der LPV erhält oder schafft gemeinsam mit der Landwirtschaft neue, naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen. „Es ist aber generell jeder Bürger gefragt, respektvoll und nachhaltig mit der Natur umzugehen“, sagt die Geschäftsführerin. In ihrer Freizeit bewegt sich Elisabeth Knapp gerne mit ihrem Partner draußen unter freiem Himmel. Die Biologin findet es immer wieder aufs Neue interessant, wie die komplexen Zusammenhänge von Tier- und Pflanzenwelt funktionieren. Einige echte Lieblingsplätze im Landkreis hat sich die 30-Jährige in der Zwischenzeit bereits erobert.
Dazu zählen die Steilhänge am Inn und ganz besonders das Thalhamer Moos. Für das Niedermoorgebiet bei Walkersaich findet Knapp nur ein Adjektiv und das heißt faszinierend. Heimweh nach Südtirol? Fehlanzeige.