Waldkraiburg – Not macht erfinderisch. Dieses Sprichwort gilt in der Corona-Krise auch für Helmut Wostatek. Denn von heute auf morgen konnten seine Yoga-Kurse nicht mehr in der gewohnten Form stattfinden, weshalb er einen anderen Weg zu seinen Teilnehmern suchen musste – übers Internet.
Für Helmut Wostatek ist Yoga eine Passion, die ihn vor 20 Jahren ergriffen hat. Nach einem Bandscheibenvorfall war er auf Reha. Yoga war eines der Angebote. Trotz seiner Skepsis nahm er daran teil: „Ich war nach einer Stunde total durchgeschwitzt, aber glücklich. So etwas kannte ich zuvor vom Sport nicht.“
Seitdem kräftigt er mit Yoga seinen Körper. Seine positiven Erfahrungen wollte er weitergeben, weshalb er eine Ausbildung zum Yoga-Lehrer begann. Seit etwa einem Jahr gibt er nebenberuflich Yoga-Stunden und arbeitet auch noch in der IT-Branche.
Die Kombination aus Bewegung und Meditation sei eine einfache Methode, um sich zurückzunehmen und sich auf sich selbst zu konzentrieren. „Gerade in der jetzigen Zeit ist das so wichtig“, ist er überzeugt.
Auch ihn hat die Corona-Krise gefordert. Denn von heute auf morgen konnte er keine Präsenzkurse mehr geben. Also hat er die Chance in der Krise genutzt und hat sein Angebot auf online umgestellt.
„Ich habe schnell gehandelt und technisch alles umgesetzt.“ Mittels einer App können sich die Teilnehmer bei seinen Kursen anmelden und mitmachen. Wer mag, kann auch seine Webcam aktivieren, sodass Helmut Wostatek die Haltung seiner Teilnehmer korrigieren kann. „Es ist eine bequeme Sache von daheim aus. Manche fühlen sich anfangs sogar wohler.“ Das Miteinander soll bei seinen Online-Kursen aber nicht zu kurz kommen. Deshalb können sich die Teilnehmer bereits 15 Minuten vor Beginn der Stunde zuschalten, sodass sich alle untereinander mittels der Chatfunktion austauschen können.
Bei seiner Ausbildung in Wiesbaden brachten ihn andere Teilnehmer auf die Idee, dass er seine Kurse auch übers Internet oder via Podcast verbreiten könne. „Das hat sich eingepflanzt“, sagt er. Umgesetzt hat er es aber erst jetzt, als die Corona-Pandemie Kreativität von ihm gefordert hat.
„Wenn die Not da ist, geht vieles schneller. Innerhalb einer Woche habe ich auf online umgestellt“, gewinnt er der Corona-Krise noch etwas Positives ab.