Traunstein/Waldkraiburg – Es war ein großer Drogenfund der Kripo Mühldorf: Die Ermittler hatten im August vergangenen Jahres eine Rauschgiftbande geschnappt und knapp ein Kilo Heroin sichergestellt. Heute ist am Landgericht Traunstein der Prozess gegen das Trio.
Ein Kilo Heroin
sichergestellt
Für Rauschgiftkonsumenten im Raum Aschau/Waldkraiburg bestimmtes Heroin und Kokain hat die Polizei am 29. August 2019 bei einer nächtlichen Kontrolle am Autohof Geiselwind östlich von Würzburg aus dem Verkehr gezogen. In dem Mietwagen saßen eine 36-Jährige, ihr 31 Jahre alter Mann und ein elfjähriges Kind. Das Ehepaar aus Aschau muss sich mit seinem damaligen 47-jährigen Untermieter, dem mutmaßlichen Auftraggeber der Kurierfahrt, heute, Montag, ab 9 Uhr, vor der Sechsten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Dr. Jürgen Zenkel verantworten. Mit dem Urteil wird noch am gleichen Tag gerechnet.
Dem 47-Jährigen liegen mehrere Drogendelikte, darunter „bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“, zur Last. Der Grund: Kripobeamte waren bei einer Durchsuchung im Dachgeschoss der Wohnung in der Nähe eines Verstecks mit 853 Gramm Marihuana auf zwei griffbereit liegende Messer gestoßen. Das Ehepaar muss sich wegen Beihilfe zum illegalen Drogenhandel verantworten.
Im Hauptvorwurf der Staatsanwaltschaft Traunstein geht es um den Transport von 995 Gramm Heroin und von 89 Gramm Kokain nach Bayern. Im Auftrag des 47-Jährigen soll die 36-Jährige einen BMW 320i angemietet haben. Ein bislang unbekannter Lieferant soll das Rauschgift bei einem von dem 47-Jährigen arrangierten Treffen in Düsseldorf am Abend des 29. August 2019 in Gegenwart des Ehepaares in einem Rucksack des Untermieters verstaut haben. Von seiner Schwester in Viersen aus soll der Auftraggeber während der Fahrt telefonischen Kontakt zu den Eheleuten gehalten haben.
Schon länger war die Kripo einem mutmaßlichen Drogendealer auf der Spur. Bereits im März vergangenen Jahres wurde bekannt, dass der 47-Jährige in größerem Stil mit Rauschgift handeln soll. Anfang Mai konnten die Beamten ihn bei einer Personenkontrolle identifizieren, als er der Waldkraiburger Polizei mit drei Kokainplomben ins Netz ging. Weil er keinen Wohnsitz in Deutschland hat, musste er nach Polizeiangaben eine Sicherheitsleistung von mehreren Tausend Euro leisten.
Drogendealer über
Monate überwacht
Der Mann zog sich danach aber nicht aus dem Drogengeschäft zurück. Wie die Polizei nach der Festnahme mitteilte, hätte er „hiervon unbeeindruckt seine kriminellen Aktivitäten mutmaßlich“ fortgesetzt, woraufhin die Kripo Mühldorf die Ermittlungen übernahm. Eine eigene Ermittlungsgruppe überwachte den Mann über Monate hinweg. Bei einer Verkehrskontrolle im August dann der große Drogenfund.