Ihr Leben war von großem Gottvertrauen geprägt

von Redaktion

Nachruf 73-jährige Bäuerin Walli Folger aus Brandstätt verstorben

Gars – Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb überraschend die bekannte und angesehene Bäuerin Walli Folger aus Brandstätt im Alter von 73 Jahren.

Sie hinterlässt neben ihrem Ehemann eine große Familie. Aufgrund der Corona-Beschränkungen wurde sie im engsten Familienkreis beigesetzt, ein Requiem wird nachgeholt.

Als Walburga Bobenstetter wurde sie 1946 in Hub, in der damaligen Pfarrei Schwindkirchen, geboren, wo sie mit vier Schwestern und zwei Brüdern aufwuchs. Als älteste Tochter kamen ihr bald verantwortungsvolle Aufgaben in der Familie und auf dem elterlichen Hof zu, da der Vater sehr unter gesundheitlichen Folgen des Krieges zu leiden hatte.

Nach dem Besuch der Volksschule Schwindkirchen absolvierte sie die Ausbildung zur ländlichen Hauswirtschafterin in der Berufsschule Dorfen und der „Winterschule“ in Wasserburg. Bald engagierte sie sich auch in der katholischen Landjugend und war als Dekanatsjugendführerin im Dekanat Dorfen tätig.

Bei einer Kreisversammlung des Verbandes lernte sie ihren späteren Ehemann Walter Folger kennen. 1967 wurde in Gars Hochzeit gefeiert. In entbehrungsreichen Anfangsjahren bauten die Eheleute gemeinsam den Hof in Brandstätt auf und widmeten sich ihrem Milchviehbetrieb. Dem Paar wurden drei Töchter und zwei Söhne geschenkt. Das Leben der beiden richtete sich ganz nach der Familie aus, mit schließlich zwölf Enkeln und einem Urenkel.

Ganz Fürsorge bedacht kümmerte sich Walli bis zuletzt um das Wohlergehen aller. Besondere Freude hatte sie an Geburtstagsfeiern, die bald ihren Ruf als vorzügliche Kuchenbäckerin begründeten und an denen sie allen Familienmitgliedern großzügig auftischte.

Walli Folgers Leben war geprägt von großem Gottvertrauen und tiefer Glaubensüberzeugung. Daraus bezog sie Kraft und Zuversicht in schwierigen Lebensphasen. Der Verlust ihrer Eltern und der zwei jüngeren Schwestern waren Schicksalsschläge für sie. Besonders verehrte sie die Gottesmutter, auch der selige Pater Kaspar Stanggassinger bedeutete ihr viel.

Ihrem Gatten Walter war sie Hilfe und Stütze in seinem Engagement in zahlreichen Ehrenämtern im Bereich der politischen Gemeinde und im Bauernverband. Sie selbst war aktiv im Führungskreis des katholischen Frauenbundes, im katholischen Landvolk und im Schützenverein Höfen. Beliebt war sie wegen ihres offenen und fröhlichen Wesens in geselliger Runde.

Nach der Übergabe des Hofes an Sohn Thomas 2006 unternahm sie mit ihrem Ehemann Reisen, etwa nach Amsterdam und Berlin, Pilgerreisen nach Rom und in die Schweiz zum Heiligen Bruder Klaus in Flüeli. Auch das Exerzitienhaus der Redemptoristen in Cham besuchten beide Eheleute. Über Jahrzehnte unterstützte sie mit ihrem Ehemann die deutsch-französische Partnerschaft der Gemeinden Gars und Azay-le-Ferron hin: Sie beherbergte französische Gäste und besuchte diese auch mehrfach in Frankreich. 2017 feierte sie mit Ehemann Walter mit der Großfamilie goldene Hochzeit.

In den letzten Wochen wurde sie in kurzer Folge von mehreren schweren Erkrankungen heimgesucht, sodass ihre Kräfte schwanden. Nun verstarb sie zu Hause im Kreis ihrer Familie. Ein von ihr verfasstes Gebet, das zuletzt auf ihrem Schreibtisch gefunden wurde, sprach ihr Sohn an ihrem Grab.

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