Waldkraiburg – Der Waldkraiburger Stadtrat besticht in seiner zukünftigen Zusammenstellung auf eine ungewöhnliche Art und Weise: Zum ersten Mal in seiner Geschichte nehmen mit Charlotte Konrad und Stephaie Pollmann Mutter und Tochter gemeinsam im Sitzungssaal Platz.
Nicht immer
gleicher Meinung
Bis dato gab es dort im Hinblick auf familiäre Beziehungen nur einmal eine Besonderheit. Das Ehepaar Alexander und Anneliese Will gehörte für die SPD in der letzten Periode ein gutes Jahr zusammen dem Stadtrat an. Beide waren als Nachrücker bestellt worden. Bei der neuen familiären Konstellation klappte die Wahl in den Stadtrat hingegen auf Anhieb.
Mütter und Töchtern sagt man nach, nicht unbedingt immer an einem Strang zu ziehen. Charlotte Konrad und ihre Tochter Stephanie Pollmann scheinen hier anders gepolt zu sein. Die beiden Frauen verfolgen nämlich eine gemeinsame Passion, und das ist die Kommunalpolitik. Als Krönung ihres langjährigen Engagements sitzen Mutter und Tochter nun seit Mai für die CSU gemeinsam im Stadtrat. „Wir sind natürlich nicht immer gleicher Meinung“ räumt Charlotte Konrad ein, die bereits seit zwölf Jahren als Rätin für das Gemeinwohl arbeitet. Mit dem neuen Mutter-Tochter-Gespann haben nach Darstellung von Stephanie Pollmann die CSU Kolleginnen und Kollegen keinerlei Probleme. „Wir sind ja schon seit einigen Jahren in der CSU-Kreisvorstandschaft sowie in der Kreisvorstandschaft der Frauen-Union aktiv“, erklärt die 29-jährige Ergotherapteutin. Sie wurde bei der Kommunalwahl von Listenplatz 17 auf Platz vier gewählt. Über dieses Wahlergebnis zeigt sie sich immer noch überwältigt und verspricht: „Ich werde das Beste für Waldkraiburg geben.“
Familien- und Jugendreferentin Charlotte Konrad will mit ihrer Tochter weiterhin die Werte der Christdemokraten hochhalten, wenn auch die Schwerpunkte nicht immer identisch sind. Stephanie Pollmann sieht sich als „grüne CSUlerin“, die Natur und Umwelt in den Fokus rückt, während sich ihre Mutter neben Familien auch für Kultur, Vereinsleben, für Sportstätten und das Waldbad starkmachen wird.
Dass sich die Politik bis ins Private hinein ziehen und dadurch Querelen verursachen könnte, glauben Mutter und Tochter nicht. „Wir verstehen uns prächtig und vertrauen uns blind. Da wird nichts Negatives passieren“, betonen sie wie aus einem Mund. Hobbymäßig sind sich die Damen ebenfalls einig. Beide Mandatsträgerinnen gehen gerne mit ihren Hunden spazieren und lieben es, die Natur zu genießen.Wenn es um den visionären Blick auf ihre Heimatstadt Waldkraiburg geht, dann favorisieren Charlotte Konrad und ihre Tochter ähnliche Perspektiven. Die neugewählte junge Stadträtin wünscht sich ausreichend Wohnraum für junge Familien und Senioren sowie ein Freizeitangebot, das viele Menschen aus dem Umland nach Waldkraiburg locken soll.
Wohnraum für Familien und Senioren
Ein Anliegen von Charlotte Konrad ist es, viel zu unternehmen, damit gerade auch junge Menschen gerne in der Stadt leben und arbeiten. „Waldkraiburg soll für die Jugend, für Familien und Senioren noch lebens- und liebenswerter werden“, lautet das Credo der 61-jährigen Kindergartenleiterin. Nach der konstituierenden Stadtratssitzung kann jetzt also die Arbeit für das Mutter-Tochter-Gespann beginnen.