Waldkraiburg – Zwei Bewohner der Anker-Dependance wurden vor rund zwei Wochen positiv auf das Coronavirus getestet. In der Folge wurden nicht nur die beiden aus der Unterkunft, sondern auch weitere 44 Kontaktpersonen verlegt und unter Quarantäne gestellt. Wieso wurde aber nicht die gesamte Unterkunft unter Quarantäne gestellt? Eine Frage, die sich bei mehreren Lesern aufgedrängt hat. Unter ihnen auch Maria Regler.
Während andere Flüchtlingsunterkünfte nach einem Corona-Fall komplett unter Quarantäne gestellt wurden, kamen in Waldkraiburg neben den positiv Getesteten nur 44 Kontaktpersonen unter Quarantäne. „Sicherlich ist es schwierig und hart für die Einzelnen, eine ganze Unterkunft unter Quarantäne zu stellen, aber selbst bei Kreuzfahrtschiffen hat das funktioniert“, sagt Maria Regler. Deshalb wollte sie sich bei der Polizei über die Hintergründe informieren. Dort konnte man ihr aber nicht helfen, weil das Gesundheitsamt dafür zuständig ist.
Maria Regler war bis zur Corona-Krise in der Flüchtlingshilfe in Waldkraiburg sehr engagiert. Weil sie zu den Risikopatienten zählt, ist sie vorsichtig geworden. Sie geht weiterhin zum Einkaufen, ein Ort, an dem Kontakt mit positiv Getesteten möglich sind. Ihre Befürchtung: Das Virus könne sich leichter verbreiten innerhalb der Flüchtlingsunterkunft, weil die Menschen dort kontaktfreudig seien.
„Ich habe meine Enkel seit Wochen nicht gesehen. Wenn ich wegen Corona in Quarantäne müsste, würde es noch länger dauern, bis ich sie wiedersehe. Man selbst passt ja auf.“
Dass eine gesamte Einrichtung unter Quarantäne gestellt wird, dazu müsse die Maßnahme zweck- und verhältnismäßig sein, heißt es vonseiten des Landratsamtes. „Die positiv getesteten Personen sowie die engen Kontaktpersonen wurden umgehend aus der Anker Dependance in eine andere Einrichtung verlegt, sodass keine Notwendigkeit bestand, die gesamte Einrichtung unter Quarantäne zu stellen.“
Alle Kontaktpersonen
wurden ermittelt
Zwei Bewohner der Anker-Dependance wurden vor rund zwei Wochen positiv auf Corona getestet. Einer der beiden wurde umgehend in die Funkkaserne verlegt, der zweite zunächst in der Corona-Schwerpunktklinik behandelt, bevor er am Montag ebenfalls in die Funkkaserne verlegt wurde. Beide Bewohner zeigen nach Auskunft der Regierung von Oberbayern keine Symptome mehr. 44 direkte Kontaktpersonen wurden in einer anderen Unterkunft unter Quarantäne gestellt, die restlichen Bewohner und das Personal wurden vorsorglich auf das Coronavirus getestet.
Nach Bekanntwerden der positiven Fälle hat das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen durch intensive Befragungen der Bewohner und des Personals vor Ort ermittelt. Auf dieser Basis geht das Gesundheitsamt davon aus, alle direkten Kontaktpersonen erfasst zu haben. „Eine hundertprozentige Sicherheit wird es bei derartigen Maßnahmen allerdings nicht geben können.“
Entwarnung für alle, die sich Sorgen gemacht haben: Die Testergebnisse der Reihentestung sind alle negativ, wie die Regierung von Oberbayern mitteilt. Auch bei den direkten Kontaktpersonen habe es keine weitere Ansteckung gegeben.