Gars – Im engsten Familienkreis wurde Rudolf Greißl, Malermeister und ehemaliger Kreisbrandmeister, in Gars beigesetzt. Einige Feuerwehrkommandanten aus dem Landkreis waren mit ihren Fahrzeugen gekommen und gaben ihrem früheren Kollegen ein ehrenvolles Geleit.
Am 18. Januar 1939 wurde Rudolf Greißl als zweites Kind der Eheleute Georg und Lilly Greißl geboren. Nach einer Malerlehre in München arbeitete er zunächst in der Schweiz und trat nach einem Herzinfarkt des Vaters in den elterlichen Malerbetrieb ein. Seine Meisterprüfung mit Diplom legte er 1961 ab.
Im Jahr 1959 lernte Rudi seine spätere Frau Erna kennen. Sie heirateten 1963 und bekamen drei Töchter. Diese machten das Paar später mit vier Enkeln zu Großeltern und sechs Urenkeln zu Urgroßeltern.
1972 übernahm der Verstorbene den elterlichen Malerbetrieb und führte ihn in vierter Generation weiter. Ein besonderes Anliegen war ihm die gute Ausbildung seiner Lehrlinge. Im Vordergrund stand für ihn der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten. Den Betrieb übergab er im Jahr 2003 an seine Tochter Doris.
Herzblut und Freude bis zum Schluss
Mit Herzblut und Freude arbeitete er bis zu seinen Krankheitstagen mit. Sein buntes Halstuch, ohne das er nicht gesehen wurde, galt als sein „Markenzeichen“.
Seinen Beruf sah Rudolf Greißl als Berufung an. Oft zauberte er Farben auf Bestellung in seiner Werkstatt, die auch „Hexenhäusl“ genannt wurde. Die hingebungsvolle Beratung und fantasievollen Einfälle des Meisters, dem oft der Schalk im Nacken saß, begründeten seinen Ruf als Garser Original. Aktiv beteiligte er sich am Leben der Marktgemeinde: So mancher Faschingsball, Umzug oder eine Theateraufführung kam dank seiner Initiative oder Beteiligung zustande.
„Der Rudi ist da,
alles wird gut“
Ein weiterer Lebensmittelpunkt war für Rudolf Greißl die freiwillige Feuerwehr, in der er sich von 1955 an engagierte. Nach speziellen Ausbildungskursen wirkte er als Zug- und Truppenführer, im Katastrophenschutz, bei der Atemschutzausbildung und vielem mehr. Von 1973 bis 1999 war er Kreisbrandmeister im Landkreis Mühldorf. Viele Rettungseinsätze im Verkehr und bei Bränden hat er in seiner Laufbahn erlebt. Er konnte von manch erfolgreichem Einsatz bei der Rettung von in Not geratenen Menschen berichten, doch auch tragische Ereignisse beschäftigten ihn und ließen ihn manchmal nicht mehr los. Seine gute Schulung und seine langjährige Erfahrung brachten es mit sich, dass bei Einsätzen bei Kollegen das geflügelte Wort umging: „Der Rudi ist da, alles wird gut.“ Auch als Organisator von Großübungen machte er sich einen Namen.
Rudolf Greißl erwarb sich als Einsatzleiter bei der Löschung des großen Brandes der Klosterkirche Au 1969 besondere Verdienste.
Die Marktgemeinde wird ihrem beliebten und verdienten Mitbürger ein ehrenvolles Gedenken bewahren. mün