Waldkraiburg – Drei Serien von Kelleraufbrüchen in Mehrfamilienhäusern, Einbrüchen in Gewerbebetriebe und Diebstählen von Baustellen, aus Garagen und Lagerräumen haben die Polizei 2019 auf Trab gehalten. Das schlägt sich auch in der aktuellen Kriminalstatistik für den Dienstbereich der PI nieder.
Bei den schweren Diebstählen sind die Zahlen deutlich nach oben geschnellt – von 149 auf 258 Delikte. Während die Kelleraufbrüche, die im Frühjahr plötzlich begannen und ebenso plötzlich endeten, nie aufgeklärt wurden, haben die Fahnder die Täter der beiden anderen Serien ermitteln können. Die rund 20 Firmeneinbrüche gehen auf das Konto von zwei Jugendlichen.
Aufklärung über dem bayerischen Schnitt
Die Aufklärungsquote in diesem Bereich hat sich auf 22,1 Prozent fast verdoppelt. Insgesamt kommt die Polizei im Inspektionsgebiet Waldkraiburg auf eine unverändert hohe Aufklärungsquote. 1110 der 1665 Straftaten wurden Tatverdächtigen zugeordnet. Die Quote liegt bei 66,7 Prozent und damit über dem Bayern-Durchschnitt von 64,5 Prozent.
Um fast zehn Prozent ist 2019 die Zahl der Straftaten angestiegen. Dies ist laut PI-Leiter Georg Deibl vor allem auf eine erhöhte Polizeipräsenz und damit verbundene verstärkte Kontrollen im Rauschgiftmilieu zurückzuführen. Allein in diesem Bereich wurden laut Statistik über hundert Fälle mehr bearbeitet als im Jahr davor. „Wir haben in dieser Szene für relativ große Verunsicherung gesorgt.“
Einen Anstieg verzeichnet die Statistik ebenso bei der sogenannten Straßenkriminalität. Das sind Straftaten, die sich im öffentlichen Bereich abspielen, von der Sachbeschädigung bis zur Körperverletzung. 390 Delikte waren es 2019, 299 im Jahr 2018. Der Löwenanteil geht auf Fahrraddiebstähle (von 112 auf 152) und Beschädigungen an Autos zurück. Georg Deibl ist optimistisch, dass diese Zahlen 2020 auf jeden Fall zurückgehen. Er rechnet mit einem positiven Nebeneffekt der Corona-Krise und der seit einigen Wochen besonders hohen Polizeipräsenz nach den Anschlägen auf türkische Geschäfte und Lokale.
Mit den Zahlen der Kriminalstatistik ist der Leiter der PI insgesamt zufrieden: „Sie belegen, wie sicher man in der Region Waldkraiburg leben kann.“ Vor allem ein Wert ist ihm wichtig: die sogenannte Häufigkeitszahl, die die Zahl der Delikte pro 100000 Einwohner angibt. Sie ist für Waldkraiburg niedriger als in vielen vergleichbaren Städten wie etwa Mühldorf. Die Zahl der Wohnungseinbrüche, die das Sicherheitsgefühl der Bürger stark beeinflussen, hat sich noch einmal halbiert – auf sechs Fälle. Davon wurden zwei aufgeklärt. Straftaten gegen das Leben fielen von acht auf zwei, ein Totschlag und ein versuchter Totschlag. Bei den Körperverletzungsdelikten ist ein Rückgang um zwölf Prozent auf 273 Fälle zu verzeichnen. Gefährliche und schwere Körperverletzungen verringerten sich um ein Drittel, Vermögens- und Fälschungsdelikte sogar um mehr als ein Drittel.
Mehr junge
Menschen verwickelt
Gestiegen ist die Anzahl der Kinder unter den Tatverdächtigen – von 24 auf 34, eine Tendenz, die sich auch im Jugendlichenalter fortsetzt. 93 Personen zwischen 14 und 18 Jahren gelten als tatverdächtig. Eine Erklärung für diesen Anstieg hat Deibl nicht. Die Veränderungen bei der Belegung der Asylunterkünfte scheinen sich in der Statistik niederzuschlagen. Die Zahl der Straftaten, für die Zuwanderer verantwortlich gemacht werden, ist um 12,6 Prozent auf 167 gesunken. „Die Situation in der Anker-Dependance ist mittlerweile recht stabil“, sagt Deibl.