Waldkraiburg – Die Pürtner Kreuzung, der Ensdorfer Berg, die Kreuzung am Stockhamer Berg, die Einmündung der Bahnhofstraße in die Staatsstraße 2091 – sie waren einmal berüchtigt als gefährliche Unfallschwerpunkte im Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg. In der Unfallstatistik für 2019 spielen sie gar keine oder nur noch eine untergeordnete Rolle. Nur mit der Entwicklung auf der Staatsstraße 2352 ist Erich Gottwald, Polizeioberkommissar und Verkehrsbeamter der PI nicht ganz zufrieden.
Im Bereich von Waldkraiburg, das ist die Strecke bis zum sogenannten Rotkreuzplatz, bleibt es auf der 2352 seit einem Jahrzehnt bei einer relativ hohen Zahl von Unfällen. Von 13 (2018) auf 17 ist sie zuletzt gestiegen. Drei Personen wurden verletzt (2018: zwei). Der Anteil der Wildtierunfälle ist mit neun relativ hoch. Trotz der Beschränkung auf 80 km/h und obwohl die Polizei laut PI-Leiter Georg Deibl regelmäßig kontrolliere und messe, werde „zu schnell gefahren und zu gach überholt“, so Gottwald.
Die Pürtner Kreuzung dagegen hat ihren Ruf als Unfall-Hotspot endgültig verloren. Die Zahl der Verkehrsunfälle hat sich dort noch einmal verringert, von sechs auf drei. Nur eine Person wurde verletzt. Der geplante Umbau der beampelten Kreuzung in einen Kreisverkehr wird nach Einschätzung des stellvertretenden PI-Leiters Franz Lohr noch mehr Sicherheit an dieser Stelle bringen.
Tempobeschränkung
„trägt Früchte“
Auch am Ensdorfer Berg, wo sich noch vor einigen Jahren schwere und folgenreiche Unfälle ereigneten, scheint sich die Situation „weitgehend entschärft“ zu haben, so Gottwald. Die Zahl der Unfälle ist gegenüber 2018 zwar wieder leicht gestiegen, von fünf auf acht. Dabei wurde ein Beteiligter verletzt. Doch der Trend der letzten Jahre sei klar: Die 2016 veranlassten Geschwindigkeitsbeschränkungen für den ganzen Berg auf 70, beziehungsweise 50 Kilometer in der Stunde „tragen bereits Früchte“.
Weitere ehemalige Unfallschwerpunkte sind verschwunden: An der Einmündung der Bahnhofstraße in die Staatsstraße 2091 Nähe des Bahnübergangs gibt es keine gravierenden Vorkommnisse mehr, seit das Linksabbiegen unterbunden wird. Gleiches gilt für die Kreuzung Aussiger Straße/Graslitzer Straße. Die lange Sperrung aufgrund von Baumaßnahmen hat 2019 sicher auch einen Teil dazu beigetragen.
Insgesamt haben sich im Zuständigkeitsbereich der PI – dazu gehören neben der Stadt auch die Gemeinden Aschau, Kraiburg, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit – im Vorjahr 911 Unfälle ereignet. Das sind 3,41 Prozent mehr als 2018. Zwei Todesopfer (2018: drei) waren zu beklagen: ein 81-jähriger Radfahrer, der von einem Müllwagen in der Aussiger Straße erfasst wurde, und ein 26-jähriger Mann, der ohne Helm unterwegs war und mit seinem Motorroller frontal gegen das Markttor in Kraiburg fuhr.
Die Zahl der Verletzten ist 2019 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen – von 150 auf 114.
Bei acht Unfällen saß der Verursacher laut Statistik alkoholisiert am Steuer.