Den Glauben weitergeben

von Redaktion

Andreas Wachter macht seit April eine Ausbildung zum Diakon in Ampfing

Waldkraiburg/Ampfing – Kein einfacher Start in eine neue Herausforderung: Denn genau mitten in den Ausgangsbeschränkungen wechselt Andreas Wachter in den Pfarrverband Ampfing. Hier macht er in den nächsten zwei Jahren seine Ausbildung zum Diakon. Ein Beruf, der von den Begegnungen mit den Menschen lebt. Nicht die einzige Herausforderung.

Nach seinem Zivildienst hatte er ein theologisches Vorseminar besuch. Allein auf die Theologie verlassen wollte er sich aber nicht, also studiert er Theologie und Soziale Arbeit. Nach dem Vordiplom arbeitete er als Sozialpädagoge bei der Langzeitwohnungslosenhilfe in Wasserburg. „Aber ich wollte zurück zur Kirche“, erklärt er. Fünf Jahre ist er als Bildungsreferent in der Diözese Augsburg in der kirchlichen Jugendarbeit tätig. „Das war eine prägende Zeit“, sagt er. Doch es zieht ihn zurück zur Kirche.

Berufliche Chance
bei der KAB

Doch zuvor zieht der gebürtige Schwabe mit seiner Familie wieder zurück nach Waldkraiburg, wo auch die Familie seiner Frau lebt. Ein Jahr pendelt er zwischen Schwaben und Oberbayern, bis sich ihm eine neue berufliche Chance bietet. Er wollte eigentlich als Geschäftsführer zur KEB, die Katholische Erwachsenenbildung, wechseln, doch aus der Stelle wurde nichts. Stattdessen bot ihm die KAB, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, eine Perspektive.

Fünf Jahre arbeitete er als KAB-Sekretär, bevor er Altötting vor kurzem den Rücken kehrte. Seit April ist er im Pfarrverband Ampfing und arbeitet hier als pastoraler Mitarbeiter in Ausbildung zum Diakon. Seinen Weg dahin geebnet hat er bereits 2017: Neben seiner Arbeit als KAB-Sekretär nimmt er an Theologie-Fernkursen teil, besucht Ausbildungswochenenden und macht ein Praktikum im Pfarrverband Mühldorf.

„Den Gedanken, Diakon zu werden, hatte ich immer im Hinterkopf“, erzählt er. Nun also setzt er ihn in die Wirklichkeit um: Nicht neben seinem Beruf, sondern in Vollzeit. Und das bringt natürlich auch Herausforderungen mit sich.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre und nimmt viel Zeit in Anspruch. Lernen und Prüfungen auf der einen Seite, auf der anderen Seite seine Familie mit den drei kleinen Töchtern. „Alles unter einen Hut zu kriegen ist eine Herausforderung“, sagt der 37-Jährige.

Doch die Freude überwiegt: „Mit Menschen zu arbeiten, für sie da zu sein und den Glauben zu vermitteln, ist die größte Freude für mich“, sagt Wachter. Doch er hat auch Respekt vor seiner künftigen Aufgabe als Diakon: „Kirche hat momentan oft keinen guten Stand. Mein Glaube hat mich aber immer wieder gestärkt und das hoffe ich in meinem Dienst als zukünftiger Diakon weiterzugeben. Unser Glaube ist ein Gewinn und eine Stärke.“ Den Glauben weiterzugeben, das wird er als Diakon auch in den Schulklassen. „Als Religionslehrer tätig zu sein und vor einer Schulklasse zu stehen, davor habe ich Respekt.“

Blick für die sozialen Nöte und Notlagen

Der Wechsel nach Ampfing fällt mitten in die Ausgangsbeschränkung aufgrund der Corona-Pandemie. Das Pfarrbüro für Besucher geschlossen, Gottesdienste nicht erlaubt – kein einfacher Start: „Das Leben in einer Pfarrei lebt von den Begegnungen. Es gehört dazu, dass man sich sieht.“ Mit den Lockerungen bietet sich dem 37-Jährigen nun endlich auch die Möglichkeit, die Gläubigen im Pfarrverband Ampfing kennenzulernen.

Ein Diakon soll auch einen Blick für die sozialen Nöte und Notlagen entwickeln. Aktuell macht der 37-Jährige deshalb ein dreimonatiges Praktikum bei der Caritas. Nachmittags im Caritas-Seniorenheim hilft er beim Telefondienst, führt Gespräche mit den Bewohnern, spielt Mensch-ärgere-Dich-nicht mit ihnen und begleitet religiöse Feiern.

Noch bis Herbst 2022 dauert seine Ausbildung, dann wird er zum Diakon geweiht. Ob er darüber hinaus in Ampfing bleibt oder in einem anderen Pfarrverband tätig wird, ist jetzt noch unklar.

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