Waldkraiburg – Es gibt nicht viele Vorteile, die das Coronavirus mit sich bringt. An der Diesel-Grundschule trifft es sich allerdings ausnahmsweise ganz gut, dass die Großbaustelle, die jetzt mit einem Spatenstich eröffnet wurde, nicht bei einer Vollauslastung der Schule läuft. Fast 6,3 Millionen Euro hat der Stadtrat für das Projekt gebilligt, das die dringend notwendigen zusätzlichen Klassenräume für die Schule, einen großzügigen Ausbau des Horts und weitere bauliche Verbesserungen bringen wird.
Die Grundschule wächst. Zehn Klassen mit über 200 Schülern sind es in diesem Jahr, zwölf werden es laut Rektorin Annette Gibis schon im nächsten Schuljahr sein. Die Zuzüge im Schulsprengel machen sich bemerkbar. Die ersten beiden Jahrgangsstufen sind schon dreizügig.
Großer Raumbedarf für kleinere Klassen
Und auch das ist ein Grund für in zusätzlichen Raumbedarf: Durch den hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund – laut Angaben der Stadt sind das etwa 75 Prozent – dürfen die Klassengrößen die Zahl von 25 Schülern nicht überschreiten.
Für Schüler, die wegen fehlender oder geringer Deutschkenntnisse in Differenzialräumen intensiven Sprachunterricht bekommen, braucht es Gruppenräume. Auch Zimmer für Elterngespräche oder die Jugendsozialarbeiterin fehlen. Insgesamt sechs neue Klassenräume erhält die Schule mit der Baumaßnahme, drei Klassenzimmer, einen Religionsraum, einen EDV-Raum und ein Forschungslabor.
Zum Platzbedarf der Schule kommt der des Horts, der zur katholischen Kita St. Christophorus gehört. Bislang belegte er einen Teil des Erdgeschosses.
Kinderhort wächst von 50 auf 130 Plätze
50 Kinder besuchten den Hort. Im neuen Anbau, mit dann fünf statt einem Hortraum können 130 Kinder betreut werden. Auch Nebenräume für die Hortleitung und das Personal stehen zur Verfügung.
Generalsaniert werden auch die WC-Anlagen, ein zusätzliches Behinderten-WC wird eingebaut. Und die Schule bekommt einen Aufzug im bestehenden Gebäude. Die Baumaßnahme erstreckt sich im östlichen und nördlichen Bereich des jetzigen Gebäudes, Zugänge und Verkehrsflächen sind barrierefrei angelegt. Im nördlichen Bereich wird das Gebäude zweigeschossig, im Osten entsteht ein aufgeständertes Obergeschoss.
Im September 2021 soll alles fertig sein
Von einem „Premium-Projekt“ sprach Bürgermeister Robert Pötzsch beim Spatenstich. Viele Jahre haben die Vorbereitungen und Planungen gedauert. Die Baumaßnahme steht unter großem Zeitdruck, denn im September 2021 soll alles fertig sein. Die ersten Arbeiten haben deshalb auch schon begonnen. Dass sie unfallfrei zu einem erfolgreichen Ende kommen, dafür erbaten Pater Bernhard Stiegler und Pfarrer Lars Schmidt den Segen Gottes.
Corona-bedingt erfolgte der Spatenstich im kleinen Kreis. Bürgermeister Robert Pötzsch hofft allerdings, dass sich das beim Richtfest, ganz gewiss aber bei einem großen Eröffnungsfest im nächsten Sommer schon ändert.