Trotz Pürten: 2019 weniger Brandstiftungen

von Redaktion

Kriminalstatistik: Drei Brände vorsätzlich gelegt, drei fahrlässig verursacht

Waldkraiburg – Die Brandserie von Pürten hat die Feuerwehren und die Ermittler der Polizei im vergangenen Jahr gefordert. Doch in der aktuellen Kriminalstatistik schlägt sich das nicht in einem Anstieg bei den Brandstiftungen nieder.

Wie der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, Franz Lohr, ausführt, hatte die Polizei 2018 sieben Fälle von Brandstiftung bearbeitet. Es handelte sich damals jeweils um fahrlässige Brandstiftungen. Im vergangenen Jahr wurden sechs Brände als Brandstiftung klassifiziert. Davon waren allerdings drei vorsätzlich, drei weitere fahrlässig.

2019: Nur zwei Brände zweifelsfrei gelegt

Sechs Brände in Pürten und der näheren Umgebung des Ortes wurden 2019 zu der Serie gerechnet. Nur zwei schätzen die Ermittler zweifelsfrei als Brandstiftung ein, darunter den Brand eines landwirtschaftlichen Stadls außerhalb des Dorfes, mit dem die unheimliche Serie Ende März begann. Auch als Ende September ein landwirtschaftlicher Unterstand brennt, legte sich die Polizei rasch auf eine Brandstiftung als wahrscheinlichste Ursache fest.

Bei der dritten vorsätzliche Brandstiftung des Jahres 2019 wurde ein Auto in Brand gesetzt.

Neben dem Delikt der Brandstiftung gibt es die Sachbeschädigung durch Brandlegung, die keine Häuser, Hütten oder Kraftfahrzeuge betrifft. Der klassische Fall ist hier das Anzünden von Papiertonnen oder Kleidertonnen oder einer Parkbank. Vier dieser Fälle hat die Polizei laut Lohr im Bereich der PI Waldkraiburg 2018 registriert, drei im Jahr 2019.

Zimmerbrand mit Todesfolge

Acht weitere Brände haben sich 2019 ereignet, die keine Straftaten waren und von daher in keiner Kriminalstatistik aufscheinen, zum Teil aber schwer wiegende Folgen hatten: Bei drei Bränden gab es Verletzte, ein Zimmerbrand kostete einen Raucher das Leben.

In der Pürtener Brandserie kamen im Frühjahr 2020 zwei weitere Fälle hinzu, darunter ein Garagenbrand, den die Ermittler ebenfalls „tendenziell“ als Brandstiftung einstuften. Die Brände in und um Pürten folgen alle einem ähnlichen Muster: Sie betreffen Scheunen, Hütten, landwirtschaftliche Lagerhallen, die meist abseits liegen, aber von der Straße aus gut zu erkennen sind. Das Feuer bricht immer in den Abend- oder Nachtstunden aus und es brennt stets am Wochenende. Noch immer haben die Ermittler keine heiße Spur. hg

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