„Die gute Seele“ geht in Ruhestand

von Redaktion

Lydia Gottinger blickt auf 45 Jahre in der Kinderbetreuung zurück

Taufkirchen – Sie hat ganze Generationen von Kindergarten- und Krippenkindern aus Taufkirchen und Oberneukirchen in ihren ersten Lebensjahren begleitet. Jetzt geht Lydia Gottinger, „die gute Seele“ der Kinderwelt Sonnenschein, in Ruhestand. Die 63-Jährige schaut auf eine sehr schöne Zeit mit vielen Veränderungen zurück. Als Kinderpflegerin startete sie in Zolling bei Freising, wechselte dann nach Neufahrn und Attenkirchen in der Holledau, ehe sie durch einen Umzug mit ihrer Familie vor 30 Jahren in den Taufkirchener Kindergarten kam.

Immer mehr Schreibarbeit

Vieles, fast alles, hat sich in den 45 Jahren in den Kindertagesstätten verändert. „Die Zusammenarbeit von Eltern und Kindergartenpersonal ist wesentlich intensiver geworden“, sagt Gottinger. Es gebe viel mehr Bildungsprogramm und die Dokumentation der Arbeit am Kind häufe sich immer mehr, nicht immer zur großen Freude des Kita-Personals. „Alles muss schriftlich festgehalten werden.“

Auch das Alter der Kinder, die Betreuungseinrichtungen besuchen, hat sich gewaltig gewandelt. Anfangs hatte die Kinderpflegerin nämlich nur mit Kleinkindern zwischen vier und sechs Jahren zu tun. Mit der Einführung der Kinderkrippen kommen schon Mädchen und Buben ab dem ersten Lebensjahr in die „Kinderwelt“.

Das Haus Sonnenschein gibt es schon seit dem Neubau 1993. „Hier fühlen sich die Kinder wohl“, sagt Lydia Gottinger, die sich noch an die Zeit zurückerinnern kann, als der Kindergarten in der Mehrzweckhalle untergebracht war. „Für die Kinder gab es je Gruppe einen wöchentlichen Wechsel.“ Später erfolgte der Umzug in das Gemeindezentrum.

Humorvolle und kreative Kollegin

Im kleinen Rahmen wurde Lydia Gottinger nun sehr emotional verabschiedet. Kindergartenleiterin Ulrike Hackel dankte der langjährigen Kollegin und hob viele besondere Fähigkeiten hervor: „Lydia war sich für nichts zu schade. Ihr Humor und ihre wahnsinnige Kreativität werden uns sehr fehlen.“ Eine Ruhebank mit mehreren Kissen, die mit Wörtern wie „Geduld“, „Lachen“, „Geborgenheit“, „Verständnis“, „Vertrauen“ und „Dank“ bestickt waren, sollen „die gute Seele“ immer an die Kinderwelt Sonnenschein erinnern.

Auch die Bürgermeister Alfons Mittermaier (Taufkirchen) und Anna Meier (Oberneukirchen) überreichten kleine Geschenke. Auch Jakob Bichlmaier war gekommen, der 24 Jahre lang als Bürgermeister der „Chef“ der künftigen Ruheständlerin war.

Corona hat ihre
Pläne durchkreuzt

Gerne hätte sie die letzten Monate im Kindergarten noch unter normalen Umständen gearbeitet. Doch Corona machte auch Lydia Gottinger einen Strich durch die Rechnung. Die Zeit im Kindergarten endete sehr abrupt. Die Notbetreuung übernahmen die jungen Mitarbeiterinnen. Sie galt wegen ihres Alters ja als Risikoperson. Auch ein großes Abschiedsfest ist dem Virus zum Opfer gefallen. Umso mehr freut sich die Kinderpflegerin, dass ab Juli der Kindergarten für alle Kinder wieder seine Türen öffnen darf. „Ich werde dann noch wöchentlich einen Tag zu den Kindern kommen.“ Auch die Kinder freuen sich schon darauf.

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