Kraglinger Spange: Die planungen laufen

„Ich habe 2020 noch nicht aufgegeben“

von Redaktion

Können die Bürger aus der Region bereits 2020 über die Kraglinger Spange fahren? Geht es nach dem Staatlichen Bauamt, ist der Zeitrahmen machbar. Vor allem, nachdem derzeit aus dem Stephanskirchener Gemeinderat kein Widerstand gegen das Bauvorhaben, dass das Gremium eigentlich abgelehnt hatte, zu erwarten ist.

Stephanskirchen – Der Streit um den Brenner-Nordzulauf hat ein anderes großes Verkehrsprojekt für Stephanskirchen, die sogenannte Kraglinger Spange, in den vergangenen Wochen in den Hintergrund gedrängt. Dabei wird im Staatlichen Bauamt Rosenheim seit der Entscheidung, die Spange nach der Variante drei zu planen (wir berichteten), akribisch an den Plänen zur Umgehungsstraße gearbeitet.

Selbst das straffe Zeitfenster wird derzeit noch aufrecht erhalten, wie Baudirektor Christian Rehm gegenüber der OVB-Heimatzeitung bestätigt. „Ich habe 2020 noch nicht aufgegeben“, so Rehm, „hier handelt es sich ja nicht um ein Großprojekt, sondern eine Baumaßnahme, die binnen eines Jahres fertiggestellt werden kann“.

Nach Angaben des Staatlichen Bauamts werden derzeit die Planungsunterlagen in punkto technischer Umsetzung und Finanzierung erstellt. Dieser Vorentwurf soll dann bis Ende 2017 der Regierung von Oberbayern zum Absegnen vorgelegt werden.

Gibt die Regierung von Oberbayern grünes Licht, dann kommt laut Rehm auch wieder die Gemeinde Stephanskirchen ins Spiel, auf deren Grund die Umgehungsstraße, die von der Miesbacher Straße in einer langgezogenen Kurve östlich von Entleiten auf die Vogtareuther Straße führen soll, gebaut wird. „Wir werden die Planungen dann in der Gemeinde präsentieren“, so Rehm, wobei „die Gemeinde dann selbstverständlich die Möglichkeit hat, dazu Stellung zu beziehen.“ Dabei gehe es nicht darum, das Projekt zu kippen, „sondern Anregungen zu äußern, die dann nach Möglichkeit im Sinne der Gemeinde umgesetzt werden,“ so Baudirektor Christian Rehm.

Angst, nach Stephanskirchen zurückzukehren, hat Rehm indes nicht. Obwohl ihm nach dem Machtwort durch das Bauamt seitens einiger Stephanskirchener Gemeinderatsmitglieder sogar vorgeworfen wurde, die Bürger belogen zu haben. „Meine Aussagen sind damals falsch interpretiert worden“, rechtfertigt sich Rehm in Bezug auf die Aussagen mehrerer Ratsmitglieder, die einhellig behaupten, dass Rehm einen Bau der Straße bei Ablehnung durch den Gemeinderat ausgeschlossen habe (wir berichteten). Doch der Baudirektor ist überzeugt: „Ein großer Teil der Bürger steht hinter der Planung.“

Lügenvorwürfe

stehen im Raum

Der Gemeinderat jedenfalls hatte sich Ende 2016 nicht mehrheitlich auf eine der vier zur Wahl stehenden Varianten einigen können und somit nach Ansicht vieler Gremiumsmitglieder die Kraglinger Spange eigentlich abgelehnt. Durch die Entscheidung aus dem Bauamt führten sich daraufhin mehrere Gemeinderatsmitglieder hinters Licht geführt und brachten sogar rechtliche Schritte ins Spiel.

Ist also seitens der Kommune mit Widerstand zu rechnen, beispielsweise inform von rechtlichen Schritten gegen das Bauprojekt: „Nein, derzeit nicht“, sagt Stephanskirchens Bürgermeister Rainer Auer. Zumal er das Bauamt nicht als treibende Kraft hinter der Umgehungsstraße sieht: „Es ist nicht davon auszugehen, dass wir es hier mit einer Entscheidung des Bauamts, sondern mit einer von politischen Entscheidungsträgern zu tun haben.“

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