Gemeinderat Haag

Vier Beschlüsse zum Zehentstadel

von Redaktion

In vier Einzelbeschlüssen legte der Haager Gemeinderat das weitere Vorgehen für den Zehentstadel fest. Skepsis herrscht gegenüber der nun schon Jahrzehnte verschobenen Verlegung des Pfarrheims. Zweiter Bürgermeister Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG) drängte hier auf eine Entscheidung.

Haag – Eine „aktualisierte Feinuntersuchung“ war nach Bürgermeisterin Sissi Schätz notwendig geworden, die letzte stammt aus dem Jahr 2005. Seither hätten sich Nutzungsüberlegungen geändert, „nicht aber der Dauerbrenner Pfarrheim“.

„Was umsetzbar ist“, stellte Städtebauberater Udo Rieger vor. Das Raumprogramm des Westteils des Zehentstadels genehmige die Unterbringung des Pfarrheims mit Saal, Sanitärbereich, Gruppen- und Nebenräumen. Mit einem Aufzug vom Keller bis zum Dachboden gestalte sich der Zugang barrierefrei.

Im Obergeschoss sei die Bibliothek möglich, dazu über einen Stichflur der Zugang zum Pfarrhaus. Nach oben führe ein eigenes Treppenhaus. In den oberen Bereichen seien Lufträume und Technik. Der Mittelteil bleibt nach Rieger unbeheizt und „angepasster Nutzung“ vorbehalten, so Ausstellungen, kleinen Veranstaltungen und einem Lagerraum von 140 Quadratmetern für Vereine.

Der Multifunktionssaal in der ehemaligen Turnhalle dürfe mit acht Metern Breite nicht für Tanz- oder Leistungssport genutzt werden. Daneben habe man Foyer und weitere Räume. Der ganzjährige Betrieb erfordere eine Heizung und Sanitäreinrichtung. Eine zweite Ausbaustufe sieht für den Mittelbereich ein Café mit Terrassenbetrieb auf dem Marktplatz vor. Hier denke man weiter an einen eventuellen Raum für das Museum des Landkreises Mühldorf. Vorstellbar sei ferner ein größerer Übungsraum für Gymnastik und Yoga.

Ein weiterer „Lösungsansatz“ sei ein Kino in der alten Turnhalle, dazu ein Kinocafé mit Terrassenbetrieb auf dem Vorplatz. Die Einrichtung sei mit einer Kleinkunstbühne kombinierbar und werde mit angeschlossener Gastronomie attraktiver, so der Architekt. Für das Kino brauche man ansteigendes Gestühl, darunter Lüftung und Verdunkelung. 80 Plätze seien eine gute Größe für Haag: „Dorfen hat 50.“ Diese Anordnung entspreche auch dem Interessenten Rainer Gottwald aus Wasserburg.

Dass das Kino am Wochenende mehr Leben nach Haag bringt, davon ist Bürgermeisterin Sissi Schätz überzeugt. Hans Urban (CSU) drängte auf schnelle Entscheidung und Baureferent Stefan Högenauer (CSU) stimmte dem zu, seit 20 Jahren suche die Gemeinde nach Nutzungen. Es sei Zeit, konkret zu werden, sonst stehe in 15 Jahren die nächste Feinuntersuchung an.

Hausschwamm und Holzwürmer erfolgreich entfernt

Weitere Themen waren auch die Feuchtigkeit im Keller, wo neben dem Bauernmarkt nur temporäre Nutzungen zu empfehlen seien. Bauamtschef Andreas Grundner berichtete, dass Hausschwamm wie Holzwürmer erfolgreich entfernt worden seien.

Die Beschlüsse mit großer Mehrheit befürworteten die Nutzung für das Pfarrheim, für Kino und Café, für den Multifunktionsraum und das weitere Vorgehen in Abstimmung des Konzeptes mit Regierung und Städtebauförderung.

Ernsthafte Bedenken meldete Zweiter Bürgermeister Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG) zum Pfarrheim an. Die Gemeinde lasse sich seit Jahrzehnten „von der Kirche an der Nase herumführen“, da keine Bereitschaft ersichtlich sei für den Umzug des Pfarrheims. Jetzt gehöre endlich eine Entscheidung her.

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