Wasserburg-Reitmehring – Der Vorsitzende der Freien Wähler und Stadtrat Josef Baumann bedankte sich bei Dr.Clemens Bitter, Chefarzt Chirurgie der Romed-Klinik Wasserburg, für die Bereitschaft, sich als Referent zur Verfügung zu stellen.
Einführend erläuterte Dr.Bitter dann zunächst die Struktur der Hauptfachabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe und stellte heraus, dass Chefarzt Dr.Martin Heindl nicht nur Frauenarzt, sondern auch Kinderarzt sei und somit eine vollständige Versorgung angeboten werden könne. Etwas überraschend für viele der Anwesenden war die Information, dass Hebammen in Bayern überwiegend freiberuflich tätig und nicht in den Kliniken fest angestellt seien. Dr.Bitter übergab an zwei an der Romed-Klinik Wasserburg tätige Hebammen und merkte mit einem Schmunzeln an, dass die Fachfrauen sicherlich konkreter über aktuelle Entwicklungen der Geburtshilfe berichten könnten, als er. Eindrücklich wurden die für 2018 anstehenden Änderungen in den Vergütungsregelungen der Krankenkassen für die Hebammen und die Auswirkungen auf die Praxis dargestellt. Diese führen dazu, dass die Hebammen nicht nur eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen befürchten, sondern vor allem eine Verschlechterung der Betreuung und Versorgung der Schwangeren. Trotz dieser Probleme erscheint die Zukunft der Geburtshilfe in Wasserburg als gesichert.
Anschließend stellte Dr.Bitter die Planungen zum Neubau der Romed-Klinik Wasserburg in Verbindung mit dem Neubau des ISK in Gabersee vor. Dr.Bitter verwies darauf, dass zum Beispiel eine zentrale Notaufnahme in der Romed-Klinik aktuell nicht eingerichtet werden könne, sondern diese erst mit dem Neubau möglich sei. Im ersten Bauabschnitt wird komplett Romed Wasserburg und vom ISK Neurologie und ein Teil der Psychiatrie erstellt. Im zweiten und dritten Bauabschnitt folgt der Rest vom ISK. Ein realistischer Termin für den Umzug der Romed-Klinik sei 2021, so Dr. Bitter.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass neben dem Neubau der Klinikgebäude vor allem die Frage des Wohnraums für Mitarbeiter eine zentrale Bedeutung hat. Dies sei insbesondere relevant, da für den Neubau zwei von drei Wohnheimen des ISK weichen müssen. „Personalgewinnung kann nur funktionieren, wenn auch Wohnraum angeboten werden kann“ hieß es deutlich.
Zum Abschluss des Abends stellte dann Stadtrat Dr.Hermann Budenhofer die Grundzüge des „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK)“ vor. Deutlich wurde vor allem, dass das größte Potenzial für die weitere Ortsentwicklung Wasserburgs maßgeblich in Reitmehring erwartet wird. Hier lägen die größten Flächen, die innerorts noch für Wohnbebauung und Gewerbe nutzbar seien.
In der anschließenden Diskussion wurde beklagt, dass dieses Potenzial sich jedoch nicht in der konkreten Ortsentwicklung in Reitmehring widerspiegelt. Angesprochen wurde wiederholt ein Bürgersaal. Ebenso werden die Überlegungen zur Nahversorgung im Ortskern begrüßt – auch wenn die Umsetzung noch konkret ausgearbeitet werden muss.
Eine lebhafte Diskussion gab es auch, nicht ganz unerwartet, zum Bahnübergang B304 und den Wartezeiten bei geschlossenen Schranken. Ebenfalls diskutiert wurden die geplante Höhenfreilegung des Bahnübergangs und der Stand des Planfeststellungsverfahrens. Die Erörterungstermine zu den im Verfahren von den Bürgern, von Vereinen und Verbänden sowie der Stadt Wasserburg vorgebrachten Einwänden werden für das Frühjahr 2018 erwartet. re