Wasserburg/Fuchsthal – Der beste Schutz vor Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser ist es, es in der Wurzel-, Spross- und Blattmasse von Zwischenfruchtpflanzen zu binden. Gleichzeitig ernährt deren organische Masse zusätzlich das Bodenleben und erhöht so den Humusgehalt der Böden. Der in der Pflanzenmasse gebundene organische Stickstoff ist weitgehend vor Auswaschung geschützt und wird den Kulturpflanzen nach und nach bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt. Dadurch kann Mineraldünger eingespart werden.
Doch Zwischenfrucht ist nicht gleich Zwischenfrucht. Je nachdem, wann die Pflanzenmischungen auf die Felder kommen, entwickeln sich unterschiedliche Bestände. Davon konnten sich Landwirte und Vertreter der Stadtwerke Wasserburg bei einer Feldbegehung mit der Wasserschutzfirma Ecozept aus Freising überzeugen.
So hatte Landwirt Martin Huber links und rechts der Straße zwischen Evenhausen und Stephanskirchen auf der Höhe von Halmannsöd nach einer Ganzpflanzensilage am 19.Juli eine solche bodenverbessernde Mischung angebaut. Durch den frühen Saatzeitpunkt konnten sich alle Pflanzenarten voll entwickeln, die Blütenstände der Sonnenblumen sind voll ausgebildet, auch Phazelia, Perserklee und einjährige Luzerne kamen zur Blüte, was auch den Bienen und Schmetterlingen nutzt.
„Bei früh räumenden Feldfrüchten, wie Winter- und Sommergerste, haben wir die beste Wirkung der Zwischenfrüchte für den Boden“ fasste Werner Rauhögger von Ecozept zusammen. Für den Winterweizen ist man im Wasserschutzgebiet bemüht, die Zwischenfrucht möglichst früh auszusäen. Josef Sonnenholzner konnte seinen Weizen früh dreschen und Anfang August die Zwischenfrucht anbauen, wodurch sich auch hier ein sehr guter Bestand entwickelt. „Für Ansaaten ab Mitte August setzen wir in den Mischungen einen höheren Anteil an schnellwachsenden und spätsaatverträglichen Pflanzen ein“, so Rauhögger. „Buchweizen, Ramtillkraut und Kresse sichern eine schnelle Bodendeckung, Ölrettich entwickelt noch eine gute Pfahlwurzel.“ Dies ist besonders wichtig in einem Jahr wie 2017, in dem der Spätsommer und Frühherbst eher kälter als sonst war.
Für die Untersaaten im Mais mit Weidelgräsern spielt das Wetter ebenso eine wichtige Rolle. Auch diese nehmen nach der Ernte des Maises den überschüssigen Stickstoff auf. Wie sich die Untersaaten im Herbst 2017 entwickelten, war ein zweiter Schwerpunkt der Feldbegehung.
Gemeinsamen Weg konsequent weitergehen
Durch den regelmäßigen Zwischenfrucht- und Untersaatenanbau wird das Nährstoff- und Wasserspeichervermögen der Böden erhöht und der Dünger kommt der Kultur zugute und geht nicht durch Auswaschung verloren. Betriebsleiter Josef Mayer zeigte sich beeindruckt von den gut gelungenen Zwischenfrüchten und bedankte sich bei den Landwirten für ihre aktive Mitarbeit beim Trinkwasserschutz: „Die Begrünungen leisten einen unersetzbaren Beitrag zum Trinkwasserschutz und nutzen nachhaltig dem Boden und der Folgekultur.“ Alle Teilnehmer waren sich einig, diesen gemeinsam entwickelten Weg konsequent weiter zu gehen. re