Rott – Der Saal im Landgasthof Stechl war bis auf den letzten Platz besetzt: Über 250 Rotter Bürger aller Altersklassen folgten Bürgermeister Marinus Schabers Aus- und Rückblick über die Gemeinde.
Zu den Fakten und Zahlen informierte der Bürgermeister über den aktuellen Einwohnerstand: Die ansteigenden Einwohnerzahlen (Erstwohnsitz in Rott) von 4019 im Jahr 2016 auf 4035 im laufenden Jahr sei durchaus zu verkraften, bei der Pro- Kopf-Verschuldung sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Betriebe am Ort, belaufe sich auf 119 gewerbesteuerpflichtige. Einnahmen zum Beispiel bei der Einkommensteuerbeteiligung: rund 2,17 Millionen Euro, Ausgaben zum Beispiel bei der Kreisumlage rund 1,96 Millionen Euro. Gewerbesteuer: rund 2,32 Millionen Euro bei 119 gewerbesteuerpflichtigen Betrieben in Rott.
Der Polizeibericht weist Straftaten pro 1000 Einwohner auf: 20 in Rott, darunter der Doppelmord im Februar. Dieser Monat war laut Bürgermeister damit ein „sehr trauriger“. Solche Schlagzeilen wünscht sich niemand.“ Die Zahl der Verkehrsunfälle belief sich 2016 auf 99, was Schaber mit der nahen Lage zur B15 erklärte.
Fakten und Zahlen zum Schulbau
Grund- und Mittelschule: 17 Klassen, 345 Schüler, 33 Lehrkräfte. 226 Schüler sind Rotter, 66 Ramerberger und 49 Griesstätter. Mit besonderem Stolz nannte der Bürgermeister die zahlreichen Rotter „Einserschüler“ aus verschiedenen Schulen, die mit einer Eins vorm Komma ihren Abschluss geschafft hätten. Allerdings, so betonte er, erhalte die Gemeindeverwaltung nicht von allen Schulen derartige Informationen, deshalb seien Hinweise so wichtig. 54 Kinder besuchen den katholischen Kindergarten, 98 Kinder den Gemeindekindergarten.
In Rott leben 56 Asylbewerber. 42 sind anerkannt. Schaber verwies in dem Zusammenhang darauf, dass die anerkannten Asylbewerber Wohnraum benötigten. Wer von Unterkünften oder Vermietungen Kenntnis habe, möge sich bei der Suche beteiligen und unterstützen.
In punkto Baumaßnahmen und Ereignisse hob der Bürgermeister die Schulsanierung hervor. Die Mittel- und Grundschule an der Haager Straße wird demnach für 10,35 Millionen Euro teils neu gebaut und im Bestand saniert. Die Fördersumme beträgt 4,5 Millionen Euro. Laut Schaber werden die Bauarbeiten von Juli 2018 bis zur voraussichtlichen Fertigstellung 2020/2021 bei laufendem Schulbetrieb erfolgen. Dafür werden drei bis sechs Containerklassenräume als Ausweichmöglichkeit dienen. Ebenfalls eingeplant sei die Umsiedlung der Mehlschwalben, die es sich in den Klassenräumen gemütlich gemacht haben. Und: Im Juli wurde ein Supermarkt im Zentrum eröffnet.
Die Firma Alpma feierte im September ihr 20-jähriges Bestehen. Die Firma plant eine Erweiterung ihres Betriebs. Der „Alpma-Turm“, der seit Jahren schon das Zuhause zweier Störche ist, soll dabei erhalten bleiben. Die Rotter Störche gehören laut Schaber einfach zum Gemeindebild.
Die Gesamtkosten für den Breitbandausbau belaufen sich auf rund 400000 Euro. Außerorts sind dem Bürgermeister zufolge 990 Haushalte an das Breitbandnetz angeschlossen. Das Bayerische Höfeprogramm ermögliche den weiteren Anschluss aller übrigen Haushalte.
Dem Vandalismus und Graffiti-Schmierereien unter anderem am Kaisergarten und auf Spielplätzen wurde Einhalt geboten. Ausbaumaßnahmen gab es ebenfalls: beim Leitenweg und dem Eschenweg. Der Radweg Au-Maierbach ist in Planung. In Richtung Lehen entsteht unter dem Radweg eine Wasserversorgungsleitung.
Die Buslinie Grafing-Aßling kommt probeweise für zwei Jahre. Die Zusteigemöglichkeiten am Bahnhof werden verlegt. Es entsteht ein Busbahnhof sowie „Park & Ride“-Parkplätze. Der Parkplatz am Landgasthof Stechl wird ebenfalls provisorisch vergrößert. Für die rund 40 Jahre alte Kläranlage ist ein Neubau in Planung.
Im Keller der Gemeinde betreiben die jungen Rotter offene Jugendarbeit, pro Öffnungszeiten und je nach Saison variieren die Besucherzahlen zwischen fünf und 25. Das Rotter Bierfest als fünfte Jahreszeit ist laut Schaber Jahr für Jahr beliebter Anlaufpunkt auch für Bürger der Nachbargemeinden.
Feuerwehr:
Händeringend Nachwuchs gesucht
Die Feuerwehr Rott mit 94 aktiven und 681 passiven Mitgliedern ist dringend auf der Suche nach Nachwuchs. Besonders der „First-Responder-Dienst“ müsse aufgestockt werden, um den Dienst der Ersten Hilfe aufrecht erhalten zu können. 2017 waren es 71 First-Responder-Einsätze, laut Schaber eine Zahl, die deutlich mache, wie wichtig der Erhalt sei. „Alleine am ersten Oktoberwochenende waren sieben Einsätze zu leisten. Diese könnten unter Umständen lebensrettend sein“, so Schaber. Während der Versammlung sprach sich bereits ein Bürger dafür aus, bei den „First Respondern“ mitmachen zu wollen. Dass die ehrenamtliche Feuerwehrtätigkeit auch für Frauen attraktiv ist, bewiesen 14 der 19 aktiven weiblichen Feuerwehrlerinnen mit einem kreativ inszenierten Auftritt beim Rotter Faschingsball 2017.
Viel Zustimmung fanden die Informationen des Bürgermeisters über das ehrenamtliche Engagement vieler Mitbürger bei verschiedenen Aufgaben. Er dankte allen, die sich für das bei den Kindern und Jugendlichen sehr gut angenommene Ferienprogramm, besonders für das vielfältige, vor allem von Regina Brandl geleistete Engagement in Sachen der 56 Flüchtlinge.
Schon seit Jahren gibt es in Rott eine Bürgerversammlung auch für die Senioren. Das hat sich bewährt, wie jetzt erneut die Besucherzahl zeigte.