Bürgerversammlungen in Eiselfing

Immer wieder das Thema zu viel Verkehr

von Redaktion

Die Teilnehmerzahlen bei Ortsteilversammlungen halten sich leider häufig in bescheidenen Grenzen. Nicht so in Eiselfing. Beinahe zehn Prozent der örtlichen Bürgerschaft nahm die Gelegenheit wahr, in Kerschdorf, Eiselfing, Schilchau oder Alteiselfing ihre Meinung loszuwerden oder über Entscheidungen des Bürgermeisters und seines Gemeinderats nachzufragen.

Eiselfing – Für die Kerschdorfer ganz oben auf der Agenda stand wieder einmal das ewige Thema des stockenden Breitbandausbaus. Immer noch nicht entschieden ist, ob die für die Leitung zuständige Firma an dem auf einem Privatgrundstück stehenden Verteilerkasten anschließen kann oder nicht. „Nur mit dieser Verbindung“, sagte Bürgermeister Georg Reinthaler, „ist der Abschluss des Breitbandausbaus im Ort möglich“.

Zu viele Lastwagen befahren nach Meinung vieler Ortsbewohner täglich die enge und kurvige Kerschdorfer Ortsdurchfahrt. Offensichtlich wird die Gemeindestraße als kürzeste Direktverbindung zwischen der Staatsstraße nach Prien und der Weiterfahrt in Richtung Griesstätt gesehen. Diskutiert wurde dazu in der Versammlung, ob die Einführung einer geschwindigkeitsbeschränkten Tempo-30-Zone oder einer Tonnage-Begrenzung möglich ist. Mehrere Kerschdofer Anwohner regten noch an, ebenfalls an der Straße nach Griesstätt an der Einmündung zum Ort das bestehende Überholverbot zusätzlich mit Schildern kenntlich zu machen. Der Bürgermeister sagte zu, in dieser Angelegenheit mit dem zuständigen Staatlichen Bauamt in Rosenheim in Kontakt zu treten.

Auch in Eiselfing selbst war die hohe Verkehrsbelastung eines der Hauptthemen der Versammlungsbesucher. Besonders in der Dirnecker Straße, in der Wasserburger Straße durch Bachmehring und im Ort.

Hoffnungslos: Eine Umgehungsstraße

Und wieder ging es damit um die schon jahrzehntelange Diskussion über eine Umgehungsstraße. Nach Ansicht von einigen Wortmeldungen sei die Beschilderung ins Gewerbegebiet Wasserburg/Tegernau von der Staatsstraße aus Richtung B304 kommend irreführend. Eine hohe Lärmbelästigung und Sicherheitsgefahr seien die Folge davon. Angeregt wurde deshalb eine Verkehrszählung.

Hoffnung konnte bei diesem Thema Georg Reinthaler nicht verbreiten. Aktuelle Rückmeldungen aus dem Landratsamt schließen nach der Bewertung des Bürgermeisters eine derartige Baumaßnahme aus Finanzierungsgründen schlichtweg aus. Unabhängig davon gebe es ein naturschutzrechtliches Gutachten, das für das Wuhrtal seltene schützenswerte Pflanzen nachweise. Trotzdem werde die Gemeinde dranbleiben, die Verkehrssituation soweit wie möglich zu verbessern. Fast schon ständig stehe man mit den zuständigen Behörden in Verbindung, um für entsprechende Verbesserungen beispielsweise durch den Radwegausbau, mit Kreisverkehren und für den Bau von Querungshilfen staatliche Zuschüsse zu bekommen.

Angesprochen haben die Eiselfinger auch die Wohnungsknappheit im Ort. Hier verwies Bürgermeister Georg Reinthaler auf die neun Wohnungen, die in nächster Zeit im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus im Neubaugebiet „Eiselfing-Nord“ entstehen. Zu einer Frage zum asbesthaltigen Bauschutt in diesem Bereich informierte er noch über die von der Gemeinde erstattete Anzeige bei der Polizei. Hier wartet man aktuell auf die Ergebnisse der Ermittlungen.

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