Wasserburg – „Die Abfall-App soll vor allem die jüngeren Bürger dazu bringen, auf richtige Abfall- und Mülltrennung zu achten“, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl. Die neue App soll im ersten Quartel des neuen Jahres freigeschaltet werden. Die Stadt investiert für die App etwa 2000 Euro, hinzu kommen geringe Kosten für Updates und Wartung. Für die Wasserburger ist die App kostenfrei.
Die digitale Informationsquelle ist speziell auf das Abfallwirtschaftssystem in der jeweiligen Kommune zugeschnitten und bietet vielfältige Informationen in den Bereichen Abfall und Wirtschaft für die Bürger (siehe blauer Kasten). Und das ist offenbar nicht nur praktisch, sondern schont gleichermaßen den Geldbeutel der Wasserburgerinnen und Wasserburger. Denn: Ein falsches Mülltrennverhalten kann durchaus eine finanzielle Strafe nach sich ziehen.
Vor allem bei der Biotonne ist Sorgsamkeit gefragt. „Der Inhalt der Tonne muss störstofffrei sein“, mahnt Bernhard Schachner. Denn mit dem Entsorger sei vertraglich geregelt worden, dass „wir nur das anliefern, was er auch brauchen kann“. Was den Inhalt der Biotonne betreffe, werde es Stichproben geben. Sollte der Inhalt nicht einwandfrei sein, werde der Abfall nicht mitgenommen, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl, bei mehrmaligem Verfehlen, droht sogar eine Geldstrafe. „Das ist aber wirklich das allerletzte Mittel“, räumt Schachner ein. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es möglich – für eine einmalige Gebühr von 30 Euro – ein Sicherheitsschloss zu bestellen. Die Biotonne wird dann am Sammelfahrzeug automatisch geöffnet.
„Herkömmliche Plastikbeutel sollten nicht verwendet werden“ Bernhard Schachner
Als Erstausstattung gibt es am Wertstoffhof kostenlos für jeden Nutzer einen Vorsortier-Eimer und 52 Sammelbeutel aus biologisch abbaubarem Kunststoff oder aus Papier. „Herkömmliche Plastikbeutel sollten nicht verwendet werden“, erklärt Schachner, die „Biobeutel“ seien auch in diversen Geschäften in Wasserburg erhältlich. Entsorgt wird der Biomüll in der Vergärungs- und Kompostieranlage in Aham.
Ausgeliefert wird die Biotonne – die es in den Größen 120 Liter, 240 Liter und 660 Liter gibt – ab Dienstag, 5. Dezember. „Die Auslieferung, die von einem Lager in Reitmehring aus erfolgt, sollte innerhalb von maximal zwei Wochen abgeschlossen sein“, so Schachner. Insgesamt 2400 Tonnen seien bereits für das Stadtgebiet bestellt worden. Die Behälter erhalten einen Lieferaufkleber mit einem Barcode, auf dem der Grundstückseigentümer, die Lageadresse und die Behältergröße gespeichert ist, geleert wird die Tonne in einem Rhythmus von zwei Wochen. Ab Leerungstag muss sie ab 6 Uhr morgens bereitstehen.
Die Restabfalltonne wird künftig nur noch alle vier Wochen geleert. Gartenabfälle können im Übrigen auch weiterhin am Wertstoffhof abgegeben werden. „Besonders für holzige Gartenabfälle, die nicht in die Biotonne dürfen – wie Hecken- und Strauchschnitt, Äste, Zweige oder Christbäume – ist das ideal“, bemerkt Schachner. Auch Eigenkompostierung sei natürlich weiterhin erlaubt. „Zur Vermeidung von Geruchs- und Ungezieferproblemen sollen allerdings nur Gartenabfälle kompostiert werden“, erklärt Schachner gegenüber der Wasserburger Zeitung.