Musik- und Theaterverein Albaching

Ein höllisches Szenario

von Redaktion

Manchmal muss man den Teufel mit dem Teufel selbst austreiben – zu dieser Erkenntnis regte auf humorvolle Weise das neue Albachinger Theaterstück „Der Dung des Me- phisto“ an, das seine Premiere im Bürgersaal feierte.

Albaching – Das Grundgerüst des Stücks ist ein bewährter Stoff: Zwei verfeindete Familien, deren Kinder aber gerne heiraten würden und nicht wissen, wie sie die Feindschaft ihrer Eltern überwinden sollen – und schließlich nach verschiedenen Irrungen und Wirrungen doch zueinander finden. Dennoch hebt sich der „Dung des Mephisto“ von ähnlichen Stücken ab.

„Hexenhaar und Teufelsdreck“ heißt das zugrunde liegende Volksstück von Manfred Bacher und gibt schon einen Vorgeschmack auf die Albachinger Version „Der Dung des Mephisto“: In einem süddeutschen Dorf im Jahr 1910 sind Brauchtum und Religiosität, aber auch der Aberglaube untrennbar miteinander verbunden, selbst der elektrische Strom ist da für manch einen die Ursache für Unwetter. Wen wundert es da, wenn der scheinbar leibhaftige Teufel irgendwann auftaucht?

Wen wundert es da, wenn der scheinbar leibhaftige Teufel irgendwann auftaucht?

Trotzdem geht es in dem Stück nicht sehr ernst zu, denn der Humor kommt nicht zu kurz, und das Publikum hat immer wieder etwas zu lachen. Etwas Besonderes ist bei den Albachinger Theateraufführungen traditionell auch der Einsatz von Musik; denn nicht umsonst heißt der Veranstalter Musik- und Theaterverein. Dabei wird diese nicht nur als Hintergrunduntermalung (gespielt von Peter Pfitzmaier, Franz Schneider und August Wimmer) eingesetzt, sondern auch hervorgehoben präsentiert, beispielsweise in Form von zwei jungen Damen mit hellen Stimmen (Paula und Ronja Langer), die vor den roten Vorhang treten und unter anderem davon singen, dass „in der Höll‘ da Schnee brennt“. Damit stimmen sie schon zu Beginn auf die Thematik ein: Dass auf dem Boden der engen Dorfwelt, die geprägt ist von harter Arbeit, frommer Religiosität, aber auch haarsträubendem Aberglauben, der Konflikt zwischen zwei verfeindeten Bauern besonders gut gedeiht, das versteht sich von selbst.

Wasserrecht, Wegerecht, jeder Anlass ist den beiden Streithähnen, dem Mailer- und dem Mesnerbauer (gespielt von Hans Oettl und Günter Haller), recht, um den Hass weiter zu schüren. Das bedeutet nicht nur für die Dorfgemeinschaft schlechte Stimmung, sondern vor allem für die zwei Liebenden der verfeindeten Familien Sophi Binder (Sabine Tröstl) und Bene Bieringer (Benjamin Moser) zunächst schlechte Aussichten auf die gewünschte Hochzeit.

Doch dann kommt der Zufall zu Hilfe: Der Kurpfuscher Much (Bernhard Seidinger) bekommt Besuch von seinem Schulfreund Anderl (Dirk Huber), der als André Diabolo in deutschen Großstädten als Unterhaltungskünstler schon Karriere gemacht hat – besonders, wie der Name schon erahnen lässt, in seiner Rolle als Teufel. Und, als alle Überredungskünste, Beschimpfungen und Beschwörungen des Bürgermeisters und Wirts Barthl Frühholz (Hans-Jürgen Bogarosch) nichts mehr bewirken können, um die beiden Streithähne zur Aussöhnung zu bewegen und ein heftiges Unwetter über das Dorf hinwegfegt, das Höfe sowie Felder verwüstet, tritt der in der Rolle des Teufels erfahrene André Diabolo auf den Plan und bearbeitet die Dorfbewohner so lange in einem wahrhaft höllischen Szenario, bis diese klein beigeben und ihre Konflikte beilegen.

Hier leistete die Technik im Hintergrund ganze Arbeit und tauchte die Bühne in ein höllisch rotes Licht. Dass die beiden Frauen der verfeindeten Bauern, Theres Binder (Angela Sanftl) und Traudl Bieringer (Brigitte Voglsammer) vom Teufel dazu getrieben werden, auf Besen um die gepeinigten Seelen in der Wirtsstube herumzureiten, ist da gewissermaßen das Sahnehäubchen.

Wer nun Lust auf diese teuflische Vorstellung bekommen hat, kann sich diese noch anschauen am kommenden Freitag und Samstag, 24. und 25. November, jeweils um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 26. November, um 18 Uhr.

Einen besonderen Abschluss fand die Premiere durch die Ehrung von Sebastian Friesinger, der nun nach 30 Jahren als Vorstand zurücktritt und sein Amt an Nachfolger Herbert Binsteiner abgibt. Von einem Vertreter des Verbands bayerischer Amateurtheater, Werner Hanft, bekam er die silberne Ehrennadel überreicht. Friesingers Nachfolger Herbert Binsteiner schloss sich an und überreichte im Namen des Theatervereins ein Geschenk als Dank für die langjährige Tätigkeit. Sebastian Friesinger war sichtlich gerührt und bedankte sich auch beim Publikum für dessen langjährige Treue. Denn was wäre das schönste Theater ohne Zuschauer? fragte er.

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