Reichertsheim – Mal ein anderer Erwachsener, nicht immer ein Lehrer, sollte aus einem Buch vorlesen und aufzeigen, dass sie das auch oft gerne tun und, dass die eigene Fantasie dabei Freude macht. Bürgermeisterin Annemarie Haslberger ist in der Vergangenheit oft eingesprungen, auch weil sie mit ihren Kindern und Enkeln ausreichend Erfahrung hat.
Weil sie Marcel Huber persönlich kennt, fragte Rektorin Claudia Rude bei ihm nach und sie freute sich, dass er zum Vorlesen nach Ramsau kam. Hier sei es nicht schwierig die Kinder zum Lesen zu motivieren, erklärte sie, „und das trotz der neuen Medien“. Smartphones spielten „zum Glück“ noch keine Rolle, damit müsse das Buch nicht in Konkurrenz treten.
Ein paar Minuten nach 8 Uhr ging es schnell. Dr. Marcel Huber trat zur Tür herein, erkundigte sich kurz wie es ablaufen solle, dann begrüßte auch schon Rektorin Rude die Kinder und fragte, wer den Gast kenne? Zwei meldeten sich und der Minister konnte beginnen. Er hatte sich für das Buch „Eine Woche voller Samstage“, ein Dauerbrenner von Paul Maar aus dem Jahr 1973, entschieden. Die letzte Fortsetzung aus dieser Reihe ist vor zwei Jahren erschienen. Daraus habe er seinen Kindern schon gerne vorgelesen, und wenn er daran zurückdenke, sei genau „diese Zeit die schönste im Leben gewesen“, erzählte der Gast.
Dann folgte eine gute halbe Stunde Kurzweil aus dem Buch darüber, wie Wochentage das Leben bestimmen, wie Herrn Taschenbier das Leben umgekrempelt wird, weil er einen kuriosen, aber logischen Namen errät, er unverhofft Papa wird und was die Vermieterin Frau Rotkohl und sein Chef Herr Oberstein dazu sagen und vor allem, wie man denn Namen und Begriffe überhaupt so verdrehen kann. Mit wechselnder klangvoller Stimme, unterstützt durch die Zeichnungen im Buch, lockte Huber die Aufmerksamkeit auf sich und registrierte zufrieden lachende Kinder.
Das Buch kann man sich nun in der Schulbibliothek ausleihen, denn Marcel Huber hat zwei davon spendiert. Sollten Eltern sich daheim beim Vorlesen sträuben, so ist die Erfahrung der Rektorin, hätten es manche Kinder sogar schon geschafft, auch einmal die Erwachsenen zu erziehen.kg