St. Wolfgang – Möglich macht die gute Lage die positive wirtschaftliche Entwicklung. „Wir haben eine reelle Chance die Haushaltsansätze zu erreichen“, bei einem Gesamthaushaltsvolumen von 11,5 Millionen Euro (2016: 9,2 Mio. Euro), sagte der Gemeindechef.
Dazu tragen eine nahezu Vollbeschäftigung und sehr starke, lokale Firmen und Unternehmen bei, führte Gaigl aus. Die Gemeinde St. Wolfgang mit knapp 4700 Einwohnern belegt unter den 26 Landkreiskommunen Platz fünf bei der Arbeitsplatzdichte mit 240 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen auf 1000 Einwohner. In der Gemeinde gibt es 1129 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und 440 angemeldete Handwerks- und Gewerbebetriebe vom Nebengewerbe bis zu großen Unternehmen, PV-Anlagen-Betreiber nicht mitgezählt.
„Mir ist um die Zukunft der Gemeinde nicht bange.“Ullrich Gaigl
Die boomende Wirtschaft freut den Bürgermeister, spült sie doch kräftig Steuergelder auch in den Gemeindesäckel. Der größte Einnahmebrocken ist der Einkommenssteueranteil von 2,65 Mio. Euro (Vorjahr 2,37 Mio. Euro). Der Ansatz von 1,8 Mio. Euro (1,5 Mio. Euro) bei der kommunalen Gewerbesteuer als zweitwichtigste Einnahme wird übertroffen. „Derzeit stehen wir bei 2,1 Mio. Euro“. Für Investitionen konnte der Gemeinderat heuer mit 1,3 Mio. Euro (687000 Euro) planen. Weitere Ausgaben hat die Gemeinde ebenfalls in Millionenhöhe zu tragen, wie 2,1 Mio. Euro Kreisumlage und 1,5 Mio. Personalkosten. Die dringend nötige Kläranlagenerweiterung von 3800 auf 6000 Einwohnergleichwerte soll noch heuer fertig werden und kostet rund 1,65 Mio. Euro. In die zweite Ausbaustufe (Außenbereich) beim Breitbandausbau werden rund 1,75 Mio. Euro gesteckt, wovon die Gemeinde nach Abzug von Bundes- und Landesförderung noch 334 000 Euro finanzieren muss. Weitere Gelder flossen in Projekte wie Grundschulsanierung (140 000 Euro), Grundstückskäufe (600 000 Euro) oder Spielplatzsanierung (150 000 Euro).
Die Schulden konnte Gaigl nicht exakt benennen. Wenn für die Kläranlage ein aktuell nicht benötigter Kredit von 800 000 Euro noch aufgenommen wird, stehe die Gemeinde mit 3,9 Mio. Euro in der Kreide. In den letzten drei Jahren wurden „aber über eine Million Euro abgebaut“. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt mit Kreditausnahme 865 Euro, sonst 687 Euro (Landesdurchschnitt 961 Euro).
Zum stets heißen Thema Höhe der Kreisumlage merkte Gaigl an, der Landkreis erfülle viele Aufgaben, die dem Gemeindebürger zu Gute kommen – wie Schulen, öffentlicher Nahverkehr, Klinik oder Straßenunterhalt. Der Bürgermeister wollte „einmal klar sagen“, dass das Anspruchsdenken der Bürger, was Kreis und Gemeinde leisten und zu bezahlen haben „immer höher wird. Das kostet Geld, das erst aufgebracht werden muss.“ Am Ende blickte Gaigl zuversichtlich nach vorne: „Mir ist um die Zukunft der Gemeinde nicht bange“, betonte Gaigl. Er bedankte sich bei allen Bürgern, Vereinen, Institutionen und Gewerbe, die sich ehrenamtlich engagieren und zum Gemeinwohl in der Gemeinde beitragen.