Soyen – Zum Thema Beschrankungen der Bahnübergänge in Buchsee, Grasweg und Seeburg auf Soyener Gemeindegebiet laufen derzeit Verhandlungen. Da Grasweg und Buchsee nur 340 Meter voneinander entfernt sind, die Kosten für eine Beschrankung auf rund 600000 Euro geschätzt werden, wird möglicherweise der Übergang bei Grasweg geschlossen.
Den Gemeinderat hatte Bürgermeister Karl Fischberger von einer Begehung mit Vertretern der SOB an den drei Bahnübergängen Buchsee, Grasweg und Seeburg berichtet, dass Planungen für die Beschrankungen bald anstehen und für übernächstes Jahr die Fertigstellung geplant sei. Die Kosten für die Maßnahme tragen zu je einem Drittel Bahn, Gemeinde und Staat, gering sind sie nicht gerade: Die Richtlinien für solche Übergänge sagen, dass der Übergang mindestens fünfeinhalb Meter breit sein muss plus Bankette, sodass zwei Lastwagen sich begegnen und unbehindert aneinander vorbeifahren können. So kommen pro Übergang Kosten von geschätzten 600000 Euro zusammen.
Viel Verkehr ist im Bereich von Grasweg und dem benachbarten Buchsee nicht, vor allem Landwirte nutzen sie, um zu ihren Feldern zu kommen. Vorstellbar wäre nun, den vorhandenen Feldweg parallel zur Bahnschiene zwischen den beiden Weilern so herzurichten, dass die Einfahrten beim Übergang in Buchsee den Anforderungen entsprechen und damit der Übergang in Grasweg aufgelöst werden könnte.
Eine längere Geschichte ist der geplante Bau der Brücke über die Zugstrecke im Soyener Ortsteil Hörgen. Stand aktuell: Der Bau der Brücke, die von der Kommune bis zur Regierung von Oberbayern alle wollen, könnte nächstes Jahr beginnen, es könnte aber auch das Prozedere für den Brückenbau, deren Planungen des Eisenbahnbundesamts zehn Jahre zurückliegen, von vorne beginnen.
Seit Jahren gesperrt ist der Übergang bei Mühlthal nach einem tödlichen Unfall, nicht der erste entlang der elf Kilometer langen Bahnstrecke auf Soyener Gemeindegebiet. Letztes Jahr im Februar gab es einen weiteren tödlichen Unfall, diesmal in Hörgen. Neun Jahre war es da her, dass Planungen für den Bau einer Brücke dort begonnen hatten, man in Soyen schon lange auf den Planfeststellungsbescheid gewartet hatte, „nur noch eine Unterschrift aus dem Eisenbahnbundesamt in Nürnberg fehlte“, so Bürgermeister Karl Fischberger. Dann passierte der Unfall, eine Woche später war die erwartete Post aus Nürnberg in Soyen.
Es sah so aus, als könnte nun alles relativ rasch gehen, Gemeinde und Bahn einigten sich, dass die Bahn die Genehmigungsplanung übernimmt, für das Bauwerk Brücke die Gemeinde die Ausführung übernimmt, „weil wir das schneller und günstiger tun können“, so der Soyener Bürgermeister. Die Gemeinde suchte ein Ingenieurbüro und beauftragte schließlich eines mit dem Planungsauftrag des Brückenbaus.
Das Problem: Die Planungen, die die Bahn gemacht hatte, sind zehn Jahr alt, mittlerweile hat sich einiges verändert, „so könne man das heute nicht mehr bauen“, habe der Ingenieur festgestellt. Und hat einiges geändert, unter anderem ein bisschen die Durchfahrtsbreite. Die Fertigteile begrüßt die Regierung ausdrücklich und stellt fest, „die erreichte Durchlässigkeit des Bauwerks ist eine deutliche Verbesserung“.
Rolle rückwärts oder baldiger Baubeginn?
Und jetzt wird es spannend: Sind das geringfügige Änderungen oder nicht? Die Frage muss das Eisenbahnbundesamt beantworten, wenn ja, ist ein komplett neues Planfeststellungsverfahren angesagt, für Bürgermeister Karl Fischberger die „Rolle rückwärts“, aus Sicht der Regierung von Oberbayern ausgeschlossen. So bleibt der Soyener Bürgermeister optimistisch, denn es gibt zwei weitere Alternativen: Es könnte auch zu einem vereinfachten Planänderungsverfahren kommen, was etwa zwei bis drei Monate dauern würde, dritte Möglichkeit ist, dass die Änderungen als unwesentlich eingestuft werden und dann wäre ein Bauanfang im Mai oder Juni nächsten Jahres möglich. Die Regierung von Oberbayern schätzt beide Alternativen für durchaus möglich ein.