Haag – Wenn Frauen über Männer reden, kommen die nicht immer gut weg. So geschehen beim Erzählabend der Pfarrbibliothek Haag, als die bekannte Erzählerin Carmen Däumer Geschichten zum Besten gab, in denen Männer die zentrale Rolle spielen.
Als Kunstmaler verkleidet stieg sie aufs Podium des katholischen Pfarrheims und berichtete von der begehrenswerten Gattin eines Handelsherrn, die er porträtierte. Sie forderte von ihm Geld für Liebesdienste, das er sich erst von ihrem Ehemann, seinem Auftraggeber, leihen musste. Später zwang er sie, dieses Geld an seinen Gläubiger zurückzugeben.
War hier die Frau auch nicht so tugendhaft, so war sie in der nächsten Erzählung die bedauernswerte junge Gemahlin eines gefeierten Forschers, der seine Ehehälfte drangsalierte. Nach dessen Tod lebten sein Gehirn und ein Auge in einer Nährstofflösung weiter. So sollte die Tyrannei fortgesetzt werden, gegen die sich aber die junge Frau zur Freude der Zuhörerinnen erfolgreich wehrte.
Von ganz anderer Art war der kleine Angestellte der nächsten Geschichte, der wegen seiner Beziehung zu einer Dirne sich selbst Vorwürfe machte und schließlich aus dem bürgerlichen Leben fiel.
Die letzte Erzählung konnte mit einem Märchen über den Erfindungsreichtum eines bedrängten Mannes die Männer im Publikum wieder aussöhnen. Dazu hatte natürlich auch Lisa Schamberger in ihrer roten Kleidung und der roten Häkelmütze beigetragen. Mit guter Stimme, mit Akkordeon, Psalter und Hang stimmte sie die Zuhörer auf die jeweils neue Geschichte ein und gab der Veranstaltung den leichten Charakter, der zu dem schelmischen Gesicht von Carmen Däumer passte.
Das Büchereiteam hatte wieder für ein feines Buffet gesorgt. xy