Aus dem Bauausschuss

4,6 Millionen Euro für 23 Wohnungen

von Redaktion

Es wird ein Hybridhaus. Der Bauausschuss will es so. Gemeint ist die Wohnanlage in der Ponschabaustraße, die die Stadt bauen will.

Wasserburg – Manchmal sind Veränderungen doch positiv. So ging es jedenfalls den Planern der Wohnanlage mit 23 Einheiten an der Ponschabaustraße. Da hatte es nach der Vorstellung des Projektes im Bauausschuss im September zum einen Erstgespräche mit den Fachplanern gegeben, zum anderen wurde das Grundstück genau vermessen. Und da ergab sich ein größerer Höhenunterschied zur Ponschabaustraße als angenommen. Was für die Erschließung des Gebäudes von Vorteil ist. Denn die Eingangsrampe wird kürzer, in der Tiefgarage werden mehr als 70 Quadratmeter gewonnen und Platz für einen anständigen Fahrradraum ist dort nun auch.

In den oberen Stockwerken sind die Grundrisse der Wohnungen weitgehend gleich geblieben, durch den Wegfall des Radlraumes im Erdgeschoss wurde dort aus einer Zwei- eine Vier-Zimmer-Wohnung. Und die Planer haben die Möglichkeit, in den Zweizimmerwohnungen je nach Belegung (Paar oder Single) die Wand zwischen Wohn- und Schlafzimmer ein Stück zu versetzen, das Schlafzimmer damit kleiner oder größer zu machen.

Eine in der September-Sitzung angeregte Dachterrasse wäre laut Architekt problemlos möglich. Da kamen aber nun die ersten Bedenken auch, dass Kinder hinunterfallen könnten. Bürgermeister Michael Kölbl hielt die Dachterrasse auch gar nicht für so notwendig, denn es gebe ja genügend Grünflächen rund um das Haus. In der Altstadt seien Dachterrassen interessanter.

Anhängen an den Stadler Garten

Die bestehende Heizanlage des Seniorenwohnens im Stadler Garten ist so überdimensioniert, dass das neue Gebäude komplett mit versorgt werden kann. Da regte Christian Stadler (Die Grünen) aber an, die jetzige Gasheizung in ein paar Jahren – wenn sie fällig ist – durch eine Anlage zu ersetzen, die mit Pellets oder Hackschnitzeln befeuert werden kann. Für Heizung (Bau einer Leitung vom Kessel zum Neubau), Sanitär, Elektro, Lüftung und Aufzug rechnet der Fachplaner mit knapp 600000 Euro.

Der Zeitplan ist sportlich – wie bei der Stadtbaumeisterin durchaus üblich – und deswegen wollte Kölbl von den Ausschussmitgliedern zumindest einmal eine Tendenz wissen, in welcher Richtung die Planer denn jetzt weitermachen sollen. Nachdem die versichert hatten, dass ein Holzbau mittlerweile eine genauso lange wenn nicht längere Lebensdauer hat wie ein Massivbau, ergab sich eine klare Mehrheit für Variante 2, also den Hybridbau mit so viel Beton wie nötig und so viel Holz wie möglich.

Kritische Töne gab es vor allem zur automatisierten Belüftung und zur Fußbodenheizung. Friederike Kayser-Büker: physiologisch sei eine Fußbodenheizung nicht ideal und zu träge sei sie auch, gerade wenn die Fenster aufgerissen werden – „und das werden sie, auch wenn‘s den Planern nicht gefällt“. Christian Stadler zweifelte an der Notwendigkeit der Lüftung – die Bewohner sollten doch bitteschön die Fenster aufreißen. Das reiche nicht mehr, so der Fachplaner, die Wohnungen seien heutzutage viel zu dicht. Sowohl Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann als auch Liegenschaftsverwalter Robert Mayerhofer wiesen darauf hin, dass in den städtischen Wohnungen immer wieder das Schimmel-Thema auftauche, weil nicht entsprechend gelüftet werde. „Da bleibt mir schier die Luft weg – was muss denn noch alles reglementiert werden?“, so Peter Stenger (SPD) leicht fassungslos.

Andreas Aß (CSU) erinnerte daran, dass man vernünftigen Wohnraum zu vernünftigen Preisen wolle. „Ich habe jetzt das Gefühl, uns laufen die Kosten davon und das mag ich bei der Haushaltslage gar nicht.“

Die Kosten waren auch der Grund, warum der Bauausschuss keine Empfehlung an den Stadtrat abgab. Zunächst soll in der Verwaltung alles noch einmal gründlich durchkalkuliert werden, „denn wir wollen einen Mietzins von unter acht Euro pro Quadratmeter“, so Robert Mayerhofer. Und das kann bei rund 4,6 Millionen Euro Baukosten knapp werden. Wie es aufgeht, das diskutiert der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung Anfang Dezember, danach geht das Projekt in den Stadtrat. Ziel ist der Baubeginn im Oktober 2018.

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