Aus dem Bauausschuss

Größer, aber nicht neu

von Redaktion

Die Feuerwehr Attel-Reitmehring bekommt kein neues Gerätehaus. Aber ein größeres. Das kristallisierte sich jetzt im Bauausschuss heraus.

Wasserburg – Die Stadtverwaltung hatte eine Machbarkeitsstudie zu Erweiterung oder Neubau des Gerätehauses in Reitmehring in Auftrag gegeben. Der Planer, Franz Wudy, ist gleich in doppelter Hinsicht Fachmann: Der Diplomingenieur ist auch Kommandant der Kolbermoorer Feuerwehr.

Die fehlenden Umkleiden – in Zeiten von Frauen und Männern bei der Feuerwehr nicht mehr zeitgemäß. Umziehen vor den Spinden in der Fahrzeughalle – kostet Platz und ist im Einsatzfall eine Gefahrenquelle. Den Schulungsräumen im Keller fehlt ein zweiter Fluchtweg. Und für die anrückenden Feuerwehrler gibt es nicht genug Stellplätze. So die Diagnose – die allerdings niemanden überraschte.

Wudy schlug eine separate Zufahrt ab der Wertstoffinsel vor, so könne die Zahl der Stellplätze um zehn erhöht werden. Weitere Stellplätze auf dem Nachbargrundstück wären gut, so Wudy, aber… Da schlug Wolfgang Schmid (CSU), selbst aktiver Wehrler, vor, doch zu versuchen, einen Streifen entlang der Zufahrt langfristig zu pachten, wenn ihn die Stadt schon nicht kaufen könne. Die Idee gefiel. Die Wertstoffinsel ist an der Stelle aus Schmids Sicht auch nicht in Stein gemeißelt, schräg gegenüber wäre Platz dafür.

Bisher ist der Eingang zum Gerätehaus aus der Westseite. Er sollte auf die Ostseite, also an die Straße, verlegt werden. Zwischen bestehendem Gerätehaus und Straße plant Wudy einen Erweiterungsbau, in dem direkt hinter dem Eingang Umkleiden für Frauen und Männer inklusive Duschen und WCs untergebracht sind.

Auf der Westseite ist ausreichend Platz für einen vierten Fahrzeugstellplatz und für die Anhänger der Feuerwehr. Damit es dort nicht zu Konflikten mit den Schülern kommt, müsste der Hauteingang der Schule von der Nord- an die Südseite verlegt werden, was problemlos möglich ist. Im Norden bliebe nur noch der barrierefreie Eingang.

Im Obergeschoss stünde neben den Flächen über der Erdgeschosserweiterung auf ein Teil des Schulgebäudes für die Feuerwehr zur Verfügung. Im ersten Obergeschoss könnten dann ein Besprechungsraum, das Kommandantenbüro, ein Jugendraum, ein Lehrmittelraum, ein Erste-Hilfe-Raum und eine Teeküche entstehen, zudem eine Terrasse an der Westseite, wo die Wehrler auch mal zusammensitzen können.

Die Kosten für die Erweiterung bezifferte Wudy mit knapp 1,1 Millionen Euro.

Neubau wäre mehr als doppelt so teuer

Die Kosten für einen Neubau hatte Wudy anhand des vorgeschriebenen Raumprogrammes und der Kosten beim Neubau des Gerätehauses der Kolbermoorer Stadtteilfeuerwehr in Pullach überschlagen: zwischen 2,8 und 2,9 Millionen Euro. „Bei dem Kostenunterschied brauchen wir über einen Neubau gar nicht nachzudenken“, stellte Christian Stadler (Die Grünen) lakonisch fest.

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte, dass im Haushalt 2018 die Planungskosten für das Gerätehaus eingestellt werden sollen, ansonsten wolle man die Aktualisierung des Feuerwehrbedarfsplanes für die Wasserburger Wehren im nächsten Jahr abwarten. Damit war der Ausschuss einverstanden.

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