WarnSchilder in Lengdorf

„Zwei Wochen, zwei totgefahrene Katzen“

von Redaktion

Vier ihrer Katzen hat Inge Gora in den letzten 15 Monaten verloren – sie wurden alle überfahren. Nun mahnt die Lengdorferin mit Schildern die Autofahrer.

Lengdorf – Drei große, handgemalte Schilder am Ortseingang von Lengdorf aus Richtung Autobahnbaustelle sprechen für sich: zwei Wochen, zwei totgefahrene Katzen = sehr trauriges Kind. „Danke“ an alle RASER. Aufgehängt hat sie Inge Gora. Innerhalb von 15 Monaten haben auf der Straße bei ihrem Haus an der Isener Straße vier ihrer Katzen das Leben gelassen. „Erst Lisa und Leo. Am 27. Oktober war es dann die Mieze Maja. Unser Enkel Valentin hat sie gefunden.“ Der Sechsjährige habe zwei Tage lang geweint. Bereits zwei Wochen zuvor, in der Nacht zum 13. Oktober, wurde seine Katze „Wolke“ angefahren. „Sie hat sterbend versucht, sich nach Hause zu schleppen“, erzählt Inge Gora traurig. Enttäuscht ist sie, dass sich nie jemand gemeldet habe, dem die Tiere ins Auto gelaufen sind. Doch richtig verärgert ist die Lengdorferin über die Raser, die in der Ortschaft nicht abbremsen, egal, ob Tiere über die Straße laufen oder Kinder am Rand stehen. Manchmal, wenn sich zwei Lkws begegneten, würden sie auch einfach über den Fußweg fahren. „Hier wird gerast, was das Zeug hält“, sagt Gora. Selbst Traktoren, die nur bis 50 km/h zugelassen seien, würden mitunter deutlich zu schnell fahren. Seitdem die Autobahnbaustelle da sei, sei es besonders schlimm geworden, die Umleitung nach Dorfen wegen der gesperrten St 2086 habe für noch mehr Verkehr gesorgt. „Wir haben beim Straßenbauamt Freising angerufen. Am 16. Oktober gab es dann vom Amt auch eine Ortsbegehung mit Gemeindevertretern und Polizei. Aber herausgekommen ist dabei nichts. Wir fühlen uns im Stich gelassen“, schimpft Inge Gora.

„Am 16. Oktober gab es dann vom Amt auch eine Ortsbegehung mit Gemeinde-

vertretern und Polizei. Aber herausge-

kommen ist dabei nichts.“Inge Gora

Große Sorgen macht ihr vor allem, dass die Kinder nicht sicher über die Straße kommen könnten. Eine mobiler Übergang sei wohl nicht möglich, da dafür eine bestimmte Anzahl von Fußgängern pro Stunde die Straße queren müssten, hat sie in Erfahrung gebracht. „Es ist traurig, dass man da so gar nichts unternimmt“.

Familie Gora hat noch zwei Katzen, ältere Tiere, die die Gefahren der Straße besser abschätzen können oder bis jetzt schlicht Glück hatten. Auch die Katze einer Nachbarin sei schon totgefahren geworden, so Inge Gora. Vor etwa zwei Wochen habe sie dann die Schilder aufgehängt. „Genutzt haben die Schilder bislang aber wenig“.

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