Gemeinderat Amerang

Helferstrukturen besser vernetzen

von Redaktion

Der Gemeinderat stimmt der Ernennung von Anja Rosengart zur Inklusionsbeauftragten der Gemeinde Amerang zu.

Amerang – „Mittendrin und nicht nur dabei“ ist das Motto. Die Gemeinde Amerang will mit der Vernetzung der Helferstrukturen ein gesamtgesellschaftliches Thema angehen und den Hilfebedarf von Menschen mit Beeinträchtigungen erkennen, um Angebote zu erarbeiten, die sowohl für Senioren, Menschen mit Handicap oder auch Flüchtlinge tauglich sind.

Die Initialzündung kam vom engagierten und breit aufgestellten Helferkreis zur Betreuung der Asylbewerber. Hier und auch im Bürgernetzwerk Amerang sei deutlich geworden, was bei einem guten Miteinander möglich sei, betont Anja Rosengart. Die Soziologin ist schon seit Jahren als Dozentin im Bereich „Inklusion tätig“ und als Mutter eines Sohnes mit Beeinträchtigung mitten drin im Thema. Das allerdings nicht zu einseitig zu betrachten sei, sagt die dreifache Mutter, „denn letztlich geht es um Beeinträchtigungen aller Art, ob altersbedingt, von Geburt an oder als Flüchtling“. Schließlich gehörten alle zusammen, deshalb habe man sich bewusst für den Titel Inklusionsbeauftrage entschieden. Die Bezeichnung „Behindertenbeauftragte“ gehe einfach nicht weit genug. „Alle gehören zusammen“. Die Vielfalt mache den Reiz der Gesellschaft aus, sagt Rosengart. Mit viel Elan geht sie an ihre Aufgabe, sie möchte den bereits eingeschlagenen Weg fortsetzen und sich für gemeinsame Teilhabe und gegen Diskriminierung engagieren. Daraus ergibt sich auch eine enge Zusammenarbeit mit der Seniorenbeauftragten Sonja Herbst.

„Warum brauchen wir eine Beauftragte im Bereich Inklusion?“, eine Frage, die Bürgermeister Gust Voit im Gemeinderat gleich selbst beantwortete. Durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention habe sich ein gesetzlicher Auftrag an alle Bundesländer, Städte und Kommunen ergeben, für die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung Sorge zu tragen. Damit richte sich das Thema Inklusion nicht nur auf Menschen mit Beeinträchtigung. „Ziel ist eine zukunftsorientierte, nachhaltige, umweltbewusste Gemeinde, die auch für junge Familien interessant und in der ein selbstbestimmtes Leben bis ins Alter möglich ist. Inklusion soll eine Selbstverständlichkeit im öffentlichen Bewusstsein werden“.

Seit rund einem Jahr gibt es mittlerweile die Planungsgruppe Inklusion. Sie besteht aus Jakob Brummer (LRA Rosenheim, Fachstelle Inklusion), Irene Oberst (Behindertenbeauftragte des Landkreises), Sonja Herbst (Senioren- und Behindertenbeauftragte der Gemeinde Amerang), Tilo Teply, Anja Rosengart und Stephanie Voit. Anja Rosengart übernimmt dabei größtenteils den Kontakt nach außen und geht auf Kindergärten, Schule sowie auch betroffene Eltern zu. Als Inklusionsbeauftragte soll die Kontaktaufnahme erleichtert werden. ca

Artikel 1 von 11