Teilfreigabe der Münchener Strasse in haag

„Aufenthaltsqualität ist gestiegen“

von Redaktion

Die Münchener Straße ist wieder für den Verkehr freigegeben. Mit dem offiziellen Akt der Verkehrsübergabe legten Bürgermeisterin Sissi Schätz, Andreas Grundner vom Bauamt der Gemeinde und die Vertreter der Behörden die aktuellen Fakten vor. Konrad Haindl vom Ingenieurbüro zog als Fazit: „Die Aufenthaltsqualität ist deutlich gestiegen.“

Haag – Mit dem Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut“ bezog sich Konrad Haindl vom Büro „Infra“ auf die lange Planungsphase, die auch das Bürgerbegehren beinhaltete. 2016 habe er den Entwurf einreichen können. Ein Problem habe die Entwässerung der ebenen Straße aufgeworfen, weil sich in den Rinnen das Wasser gesammelt habe. Das konnte man nach Haindl mit einem Gefälle lösen: „Es war eine Herausforderung.“

„Ich bin sehr froh und dankbar, dass während der Bauzeit keine größeren Unfälle passiert sind.“ Sissi Schätz

Insgesamt bezeichnete er die Fertigstellung als gelungene Maßnahme, die für Haag die Aufenthaltsqualität steigen lasse. Die Beruhigungsmaßnahmen sollen den Durchgangsverkehr bremsen. Die Gesamtkosten bezifferte er auf 3,3 Millionen Euro. Den Anstieg habe der belastete Aushub verursacht. Insgesamt seien nun aber 12200 Quadratmeter Fläche vollkommen erneuert.

Hauptkommissar Otto Trautmannsberger war froh über die neue Straße. Andreas Sax von der Bürgerinitiative „Der bessere Weg“ hätte sich mehr gewünscht. Zu sehr sei der Fokus auf die Fußgänger gelegt worden: „Fahrbahn und Schutzstreifen hätten breiter werden sollen.“ Klaus Breitreiner ergänzte, der Aufwand des Begehrens habe sich gelohnt, denn jetzt habe man doch den „besseren Weg“. Christine Huber schaute voraus: „In Zukunft soll man von Haus aus besser auf die Bürger eingehen.“

Der erste Radfahrer nach dem offiziellen Scherenschnitt zur Freigabe durch die Vertreter der Baufirma, Gemeinde, des Straßenbauamtes, des Werberings und des Bauamtes war Gemeinderat Egon Barlag. Im Foyer des Bürgersaals dankte Bürgermeisterin Sissi Schätz anschließend zunächst Bauleiter Helmut Dörrer und Polier Michael Huber von der Baufirma Swietelsky für die Geduld: „Der Bauleiter hat extra seinen Urlaub geopfert.“ Weitere Dankesworte mit Präsenten richtete sie an Bauamtsleiter Andreas Grundner, Christina Mayerhofer von „Haag aktiv“ und Dr. Ulrich Schwarz von den Haager Kraftwerken.

Andreas Grundner resümierte schließlich, die „sehr, sehr gute Zusammenarbeit“ sei jederzeit durch solide Ansprechpartner gewährleistet gewesen. Positive Resonanz habe er sogar bei den Anwohnern gefunden, die sich während der Bauphase freuten, vom Straßenlärm befreit zu sein und wieder die Vögel zwitschern hörten – damit ist es jetzt wieder vorbei.

„Heute können wir den größten Teil unserer Münchener Straße dem Verkehr übergeben. Auch der Kreisel wird in wenigen Tagen so weit geöffnet, dass direkt von und nach Rosenberg und von und zum Autohaus/BayWa gefahren werden kann. Nur aus und zur Ortsmitte muss noch die kleine Umleitung über die Schäfflerstraße genommen werden“, freute sich Sissi Schätz. Sie hoffte, dass die Ampel an der Westendstraße und weitere Überquerungshilfen auch der Verkehrsberuhigung dienen.

Zu den Kosten nannte die Bürgermeisterin die Kosten, die den Markt Haag treffen im Vergleich der Kostenberechnung vor dem Bürgerentscheid und dem Stand heute: Im Frühjahr 2015 waren es 1,68 Millionen Euro, nun im November sind es 1,91 Millionen Euro. Diese Summen beinhalteten jeweils die Herstellung der Gehwege, die anteilige Entwässerung, die Beleuchtung und die Baunebenkosten, im wesentlichen Planungskosten, „für die Fahrbahn ist ja bekanntlich der Bund zuständig“, so Sissi Schätz. Fördergelder sind in Höhe von 470000 Euro zu erwarten. Die Bürgermeisterin fügte hinzu, dass von einer Kostensteigerung um das Vierfache, wie in der Bürgerversammlung behauptet, keine Rede sein könne. Hier würden nicht die richtigen Zahlen verglichen. Ihr Fazit: „Es war eine spannende und stressige Zeit seit dem Spatenstich am 7. März. Nur durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und das Verständnis der allermeisten Bürger haben wir es geschafft, alles so weit fertig zu bringen, dass im nächsten Frühjahr nur noch kleinere Arbeiten erledigt werden müssen. Und ich bin sehr froh und dankbar, dass während der Bauzeit keine größeren Unfälle passiert sind.“

Und der Ausblick der Haager Bürgermeisterin: „Wir steigen nächstes Jahr in die Planung des Ortskerns ein, das bedeutet Hauptstraße, Bräuhausplatz und die Nebenflächen. Mit den Fraktionen im Gemeinderat ist die Möglichkeit eines Planungswettbewerbs besprochen. Wir sollten uns genügend Zeit nehmen, denn es handelt sich immerhin um das Haager Ortszentrum.“ Ein Vorlauf von etwa zwei Jahren werde für die Planung nötig sein. „Ich denke, etwas Abstand bis zur nächsten Großbaustelle wird auch der Haager Geschäftswelt guttun.“

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