Bürgerversammlung Ramerberg

Diskussionen um Gewerbegebiet

von Redaktion

Das Gewerbegebiet Sendling-Ost wurde bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Ramerberg (wir berichteten) heftig diskutiert.

Ramerberg – Bürgermeister Georg Gäch verwies in aller Deutlichkeit auf die Notwendigkeit zusätzlicher Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die eine der wichtigsten Einnahmequellen darstelle. Im laufenden Jahr sei sie um fast 16 Prozent auf 282 400 Euro gesunken. „Wir haben nur drei Betriebe in Ramerberg, die über 10 000 Euro jährliche Gewerbesteuer zahlen, 19 Betriebe mit einem Gewerbesteuer-Aufkommen zwischen 1000 und 10 000 Euro und vier Betriebe, die darunter liegen.“ Deshalb sei es notwendig zur Erhaltung der Selbstständigkeit der Gemeinde Ramerberg, Gewerbeflächen anzubieten. Fünf Jahre lang habe man an den Planungen gearbeitet, Dutzende alternative Standorte untersucht und wieder verworfen, bis nun dieses Gebiet nördlich der Kreisstraße Ro 43 und westlich der Bundesstraße B15 alle behördlichen Genehmigungsverfahren durchlaufen habe.

„Wir dürfen nicht gegeneinander arbeiten, sondern wir müssen zusammen-

halten“Georg Gäch

Er halte es zwar für berechtigt, aber vom Zeitpunkt her verfehlt, quasi in letzter Minute mit einer Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet konfrontiert zu sein. Ein Sprecher der Bürgerinitiative drückte seine Sorge darüber aus, dass sich die Gewerbeansiedlung in naher Zukunft viel weiter ausbreiten könnte als jetzt geplant, weil die Eigendynamik einer solchen Ansiedlung wohl kaum gebremst werden könne. Dem hielt der Bürgermeister entgegen, dass das Gebiet aufgrund der prekären umgebenden Grundwasser-Situation nach keiner Richtung hin auszudehnen sei, auch nicht nach Süden jenseits der Kreisstraße.

Gäch wies auch den Vorwurf zurück, dass das Gewerbegebiet nur zugunsten eines einzigen Unternehmens ausgewiesen worden sei. Vielmehr habe die Firma Riedl bisher sämtliche Planungskosten getragen und stemme auch die Mehrkosten durch das Anlegen großzügiger Eingrünungen entlang der benötigten Hallen. Wieviel Betriebe sich in Sendling niederlassen und wieviel Arbeitsplätze hier geschaffen werden, sei nicht voraussagbar. Es gebe etliche Bewerber, aber die Entscheidung liege nicht bei der Gemeinde, da ihr von der auszuweisenden Gewerbefläche kein Quadratmeter gehöre. Dies sei künftigen Genehmigungsverfahren vorbehalten, in die Bürger, Gemeinde und Behörden einbezogen werden. Letztendlich wichtig seien aber die Gewerbesteuereinnahmen, die hier erwirtschaftet werden.

Gemeinderat Peter Niggl gab zu bedenken, dass man nicht nur die Annehmlichkeiten einer gut funktionierenden Gemeinde in Anspruch nehmen dürfe, aber keinerlei Beeinträchtigung in Kauf nehmen wolle. Und mehrere Gewerbetreibende gaben zu verstehen, dass man von Ramerberg wegziehen werde, wenn es keine Möglichkeit für Betriebserweiterungen am Ort gebe. „Wir dürfen nicht gegeneinander arbeiten, sondern wir müssen zusammenhalten“, so der Bürgermeister, „sonst ist die Selbstständigkeit der Gemeinde Ramerberg in Gefahr.“

Weitere Themen: durch den Bau eines größeren Mehrfamilienhauses in Sendling wird das dort anfallende Wasser in das gemeindliche Kanalnetz eingeleitet, das dafür aber ausreichend dimensioniert sei. Die Kreuzung Mitterhof mit vier Stoppschilder für jede Richtung zu versehen, so ein Vorschlag, habe keine Aussicht auf Erfolg, weil diese nach leidvoller Erfahrung nur dann beachtet würden, wenn ein Polizeiwagen in der Nähe sei. Entscheidungen treffen ohnehin nur die Polizei und das Landratsamt, nicht aber die Gemeinde. Dass der Birkenweg mit Beleuchtungskörpern versehen werden soll, ist ein alter Wunsch der Gemeinde, aber die Anlieger müssten 90 Prozent der entstehenden Kosten tragen und die „Lichtverschmutzung“ würde weiterhin zunehmen. Die Schließung des Bahnübergangs Katzbach durch die Bahn werde man wohl nicht verhindern können, meinte der Bürgermeister, die Bahn sei fest entschlossen zu diesem Schritt. Der Erhalt würde die Gemeinde um die 750 000 Euro kosten, was nicht darstellbar sei.

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