Wasserburg – Hybrid- oder Massivbauweise? Diese Frage hatte der Stadtrat schnell beantwortet. Man tendierte zum ersten Modell (Betonkern mit angehängter Holzkonstruktion), und hier – zwei Optionen standen zur Auswahl – zu Variante 2. Einziger wesentlicher Unterschied zur Hybrid-Variante 1 ist hier der Verzicht auf einen Vorhang aus Holzlamellen an der Fassade. „Die würden extra noch einmal rund 200000 Euro kosten“, so der Einwand von Bürgermeister Michael Kölbl. „Schade“, meinte Edith Stürmlinger (Bürgerforum), „das Burgerfeld hätte durchaus ein architektonisches Highlight verdient. Aber wenn es kostenmäßig nicht darstellbar ist, sehe ich das ein“.
1400 Quadratmeter Wohnfläche sollen es werden, bei 23 Wohnungen. Das quadratische Gebäude soll in der Mitte über ein Atrium verfügen. Eine in der September-Sitzung angeregte Dachterrasse wäre laut Architekt problemlos möglich. Vor allem Grünen-Stadtrat Christian Stadler setzte sich dafür ein, sich aus baulicher Sicht zumindest die Option zu schaffen, eine solche zu einem späteren Zeitpunkt noch nachzurüsten. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann wollte sich damit nicht anfreunden. Eine Dachterrasse verschlinge zusätzliches Geld. Sie sei auch nicht notwendig, da es ja genügend Grünflächen rund um das Haus gebe. Laut Planungen sollen im Außenbereich Freiflächen zur gemeinschaftlichen Nutzung und Spielplätze entstehen, an der Nordseite ist zusätzlich eine Gemeinschaftsterrasse im Erdgeschoss geplant. „Für die Gemeinschaft sind Garten und Spielplatz attraktiver als eine Dachterrasse“, versicherte Herrmann. Auch der Bürgermeister sah das so. „Es gibt das Atrium, einen Gemeinschaftsraum, Terrassen und viel Freifläche. Da würden sich andere die Finger danach abschlecken“, so Kölbl, oberstes Ziel seien sozialverträgliche Mieten. Im Sinne des Stiftungszwecks soll eine attraktive Nettokaltmiete auch für einkommensschwächere Mieter erreicht werden. „Wir wollen einen Mietzins von maximal acht Euro pro Quadratmeter“, so Kölbl. Auch Andreas Aß (CSU) erinnerte daran, dass man vernünftigen Wohnraum zu vernünftigen Preisen wolle. „Wir müssen vernünftige Wohnungen bauen, die sich jeder leisten kann“, forderte Aß – und: „Schnickschnack brauch’ ma ned“.
„Wir müssen ver-
nünftige Wohnungen bauen, die sich jeder leisten kann.“Andreas Aß
Der Baubeginn soll – wenn alles planmäßig verläuft – im September 2018 erfolgen, Ende des Jahres 2019 soll die Wohnanlage fertig sein. „Was die Fertigstellung betrifft, würde ich derzeit allerdings nicht einmal eine Grobschätzung abgeben“, warnte die Stadtbaumeisterin, zu schwierig sei es aktuell, die entsprechenden Firmen zu bekommen. Um den Baumbestand sorgte sich derweil Peter Stenger (SPD). „Die beiden großen Bäume auf dem Gelände sind von den Arbeiten nicht betroffen und können stehen bleiben“, beruhigte Herrmann.