vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung

Umzug ins Kloster Altenhohenau

von Redaktion

Nach 20 gemeinsamen Jahren verlässt die Schule für Heilerziehungs- und Altenpflege die Stiftung Attl und zieht ins Kloster Altenhohenau. Der Wasserburger Christkindlmarkt feiert unter der Organisation des Wirtschaftsförderungsverbandes seinen fünften Geburtstag.

Wasserburg – Es sei nicht gerade ein Wunschkind gewesen, erinnert sich der Direktor der Stiftung Attl, Alfred Eiblmeier, und meint damit die Schule für Heilerziehungs- und Altenpflege in Attel. Nach 20 Jahren ist dieses Kind nun erwachsen geworden und ausgezogen – über den Inn, ins Kloster Altenhohenau, in die Räumlichkeiten der ehemaligen Heimatvolksschule der Dominikanerinnen, die im Sommer ihre letzten Schüler entließen. Nach der ständigen Raumnot in Attel hat die Schule nun genügend Unterrichts- und Fachräume. Statt mit 100 Schülern in drei Klassen begann das jetzige Schuljahr mit 198 Schülern in zehn Klassen. Die 18 noch in Altenhohenau lebenden Schwestern haben sich zwar ganz aus dem Schulbetrieb zurückgezogen, doch die Schulräume, für deren Neuausstattung die erzbischöfliche Finanzkammer 100 000 Mark zur Verfügung stellte, gehören ihnen. Die Caritas muss Miete zahlen, über die Höhe gibt es bisher noch Unklarheiten: Für die Turnhalle erhielten die Schwestern beim Bau vor sechs Jahren staatliche Gelder. Nun verlangt der Staat sein Geld zurück – die jetzige Berufsschule, eigentlich eine Privatschule der Caritas, erhält nur halb so viele Zuschüsse wie eine staatliche Schule.

WFV veranstaltet Christkindlmarkt

In die 14 kleinen Häuschen eingezogen sind Töpfer und Spielzeugwarenverkäufer, ein Metzger und erstmals ein Bäcker, der typisches Weihnachtsgebäck anbietet. Es gibt Selbstgestricktes und Kerzen, Terracotta, Krippenfiguren und natürlich Glühwein zum Aufwärmen. Es ist der fünfte Wasserburger Christkindlmarkt, den der Wirtschaftsförderungsverband veranstaltet. Wie die Jahre zuvor können sich die Christkindlmarktbesucher mit der Kutsche samstags und sonntags durch den „Wasserburger Weihnachtstraum“ fahren lassen und kommen dabei auch an der lebendigen Krippe in der Hofstatt vorbei. Zum Mitmachen beim Programm rund um den Christkindlmarkt hat der Wirtschaftsförderungsverband in diesem Jahr erstmals die Schulen in und um Wasserburg aufgerufen. Schülerinnen des Luitpold-Gymnasiums lesen Geschichten und Märchen vor, Chor und Orchester der Schule musizieren. Die Theatergruppe der Eiselfinger Schule unterstützt das Rahmenprogramm der Weihnachtsstadt mit einer Aufführung. Weitere Meldungen in der Woche vom 27. November bis zum 3. Dezember 1992:

Bernau – Auf dem Chiemsee und auch rund um das bayerische Meer sollen im Interesse einer gesunden und sauberen Umwelt geordnete Verhältnisse herrschen: so lautete der Konsens auf der zweiten Chiemsee-Konferenz. Nach der gelungenen Sanierung des Binnengewässers mit Hilfe der Ringkanalisation sollen jetzt eine Verordnung für umweltgerechte Häfen, reduzierte Bojenliegeplätze und das Verbot von privaten Motorbooten zur Realisierung des Ziels beitragen.

London – Eine Sammlung von teilweise leidenschaftlichen Schriften des Earls von Essex an Königin Elisabeth I. soll noch vor Weihnachten im Londoner Auktionshaus Sotheby’s unter den Hammer kommen. Der Schätzpreis der Briefe, welche die stürmische Beziehung zwischen Robert Devereux, dem zweiten Earl von Essex, und Großbritanniens berühmtester Monarchin dokumentieren, beträgt etwa eine halbe Millionen Mark.

Bonn – Als neuntes Parlament der Gemeinschaft hat der Bundestag mit einer Zweidrittel-Mehrheit den Maastrichter Vertrag über die Europäische Politische Union sowie die Wirtschafts- und Währungsunion ratifiziert. Neben einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, einer gemeinsamen Währung und Zentralbank und der Europäischen Staatsbürgerschaft mit kommunalem Wahlrecht für EG-Ausländer, gehören eine gemeinsame Asyl- und Einwanderungspolitik sowie die Förderung der Kompetenzen des Europaparlaments zu den wichtigsten Punkten.

Wien – Flammen loderten aus der Wiener Hofburg, nachdem ein Großbrand mehrere Geschosse des historischen Gebäudekomplexes im Herzen der österreichischen Hauptstadt erfasst hatte. Über die Ursachen des Brandes, der Schäden in Höhe von 140 Millionen Mark verursachte, sind Experten sich noch nicht einig. Die berühmten Lipizzanerhengste der Spanischen Hofreitschule konnten rechtzeitig aus ihren Ställen in Sicherheit gebracht werden.

Wiesbaden – Deutsche Köche wollen Gerichte mit ungekochten Frisch-Ei-Produkten wegen der zunehmenden Salmonellen-Gefahr von den Speiseplänen verbannen. Frische Sauce hollandaise, Sauce béarnaise und verschiedene Puddinggerichte sollen laut dem Verband der Köche Deutschlands im kommenden Jahr auf einer neu erstellten Roten Liste gefährlicher Mahlzeiten erscheinen und deshalb von den Speisekarten verschwinden.

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