Rott – Die Junge Union Rott hat sich jüngst kritisch zum Thema Discounter-Ansiedlung in Meiling ausgesprochen. Grundsätzlich sehe die örtliche JU durch die Eröffnung des Rewe-Marktes die Versorgung in Rott ausreichend gesichert. Neben dem neuen Supermarkt habe man nun zwei Metzgereien im Ort, außerdem zwei Bäcker und zwei Getränkemärkte. Zudem biete der Bauernmarkt eine hervorragende Möglichkeit zum Kauf von verschiedensten regionalen Produkten. Besonders erfreulich sei, dass sich all diese Verkaufsstellen mitten im Ortskern befinden. Dies belebe das Ortszentrum spürbar und sichere die Möglichkeit, auch ohne Auto einkaufen zu gehen.
Auch der Rewe-Markt habe durch seine Eigenmarken-Produkte günstige Ware im Angebot. Deswegen, so JU-Ortsvorsitzender Matthias Eggerl, sei die Notwendigkeit eines zusätzlichen Discounters nicht gegeben, zumal der angestrebte Penny, neben den anderen Discountern in der Umgebung, schon zwei relativ nahe Niederlassungen in Griesstätt und Edling unterhalte.
Besonders der geplante Standort des neuen Discounters stößt bei der JU nach wie vor auf Unbehagen. Die Fläche sei viel zu schade für die Errichtung von Gewerbeansiedlungen. Sollte sich die Nachfrage nach Wohnraum in Rott wie zu erwarten fortsetzen, müsse man sich die Grundstücke für eine künftige Wohnbebauung freihalten. Im Rahmen einer gesunden Ortsentwicklung würde eine dortige Bebauung die bereits vorhandene Siedlung in Rott-Nord optimal ergänzen. Eggerl wörtlich: „Gerade für uns als junge Generation ist es unerlässlich, dass in Rott auch in Zukunft attraktive Baugrundstücke zur Verfügung stehen. Mit einem Penny-Markt in Meiling würden die besten noch vorhandenen Flächen unwiederbringlich verloren gehen“.
Rotts Bürgermeister Marinus Schaber vertritt hingegen die Meinung, dass sich ein „Vollsortimenter“ wie Rewe mit rund 12 000 Artikeln im Angebot und ein entsprechend preisgünstigerer Discounter mit rund 2000 Artikeln keine Konkurrenz machten, sondern als Ergänzung zu sehen sei. „Wir haben viele einkommensschwache Bürger in unserer Gemeinde“, so Schaber, die dringend auf die günstigen Angebote eines Discounters angewiesen sind. Wir wollen zum einen diese Leute versorgt wissen und zum anderen, dass sie zum Einkaufen nicht in umliegende Gemeinden fahren müssen.“ Zudem könne er eine große Nachfrage in der Bevölkerung nach einem zusätzlichen Discounter feststellen.
Der Gemeinderat, so Schaber, habe schon längst beschlossen, dass am künftigen Standort des Discounters keine weiteren Verkaufsflächen entstehen dürfen außer den 800 Quadratmetern für einen Lebensmittel-Discounter. Seit Langem beschlossen sei auch die Errichtung von acht Kleinwohnungen in einem aufgesetzten Stockwerk, in die auch Fördermittel aus dem sozialen Wohnungsbau fließen könnten. Und der Beschluss, überhaupt einen „vorhabensbezogenen Bebauungsplan“ für Meiling-Süd aufzustellen, sei vom Gremium einstimmig gefasst worden.
Ein nächstes Treffen zwischen den Planern des Investors und der Gemeinde findet bereits im Januar statt
Die Gespräche zwischen Investor und Penny seien nun in der Endphase, berichtete Schaber. Bevor jedoch ein Bebauungsplan aufgestellt und in das Genehmigungsverfahren geschickt werde, will die Gemeinde Einsicht in den Mietvertrag nehmen, um sicherzustellen, dass ein „Penny“-Discounter einziehen wird. Alle relevanten Festsetzungen werden zusätzlich in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor fixiert. Ein nächstes Treffen zwischen den Planern des Investors und der Gemeinde findet bereits im Januar statt.