Vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung

Lichterkette mit 5000 Wasserburgern

von Redaktion

In München, Wasserburg und anderen bayerischen Städten leuchten in der Adventszeit Hunderttausende Lichter für Toleranz und gegen Fremdenhass. In Attel feiern die Inntal-Werkstätten, seit zwei Jahren durch eine Werkstätten-Zweigstelle in Rott vergrößert, ihren 20. Geburtstag.

Wasserburg – Mit der größten Lichterkette in der deutschen Nachkriegsgeschichte haben in München mindestens 300000 Bürger gegen Fremdenhass, Rechtsradikalismus und Antisemitismus demonstriert. Diese Resonanz der Aktion „München – eine Stadt sagt Nein“ überstieg alle Erwartungen.

Nur wenige Tage später zogen 5000 Wasserburger eine Lichterkette rund um die Altstadt und setzten damit ein Zeichen gegen Ausländerhass. Mit 500 Menschen hatte man bei der offiziellen Anmeldung der Demonstration noch gerechnet. Dass sich nun zehnmal so viele Menschen vor dem Wasserburger Rathausplatz versammelt hatten, überraschte Polizei und Organisatoren, eine Privatinitiative von rund zehn Wasserburgern.

Thomas Wilsmann hob für den Freundeskreis hervor, dass man sich nicht als Vertreter einer politischen oder konfessionellen Gruppe verstehe. Die Idee zur Veranstaltung sei in einem Kreis entstanden, der die Asylbewerber in Reitmehring betreut, nicht zuletzt, um so ein Zeichen gegen deren Ablehnung durch einige Mitschüler zu setzen.

Vom Marienplatz schlossen die Teilnehmer mit ihren Kerzen, Lampen und Laternen in zwei Richtungen einen Ring um die Altstadt. An vielen Stellen standen sie in mehreren Reihen, da die vorgesehene Strecke zu kurz für die Menge war. Zum Abschluss läuteten die Glocken der Marienkapelle für das gemeinsame Anliegen.

Die Inntal-Werkstatt der Stiftung Attl feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Was als Versuch anlief, ist inzwischen professionelle Arbeit. Seit zwei Jahren gibt es in Rott eine Zweigwerkstatt, die gleich den Hauptwerkstätten wie ein mittelständisches Unternehmen geführt wird. Mit modernsten Maschinen ausgestattet, bieten die Werkstätten inzwischen beste Vorausetzungen für einen behindertengerechten Arbeitsplatz.

Dabei waren die Anfänge mehr als beengt. „1972 wurde in der alten Mühle in Attel mit einfachen Arbeiten begonnen“, erzählt Helmut Allgeier, seit 20 Jahren Leiter der Inntal-Werkstätten. „Die erste Auftragsarbeit von damals ist uns erhalten geblieben. Noch immer werden von unseren Leuten Deckel auf medizinische Dosen geschraubt und anschließend verpackt.“

Vor zwei Jahren platzten die Werkstätten in Attel dann aus allen Nähten. Deshalb lagerte man die Schreinerei, Weberei und einen Teil der Verpackung nach Rott aus. Insgesamt arbeiten nun 235 Menschen mit Behinderung für die Werkstätten, davon 52 in Rott. Bei den Beschäftigten wurde die Veränderung mit Begeisterung aufgenommen. Schließlich fahren sie jetzt, wie viele andere Berufstätige auch, mit dem Bus zur Arbeit.

Weitere Meldungen in der Woche vom 4. bis zum 10. Dezember

Bonn – Eltern soll das Schlagen ihrer Kinder gesetzlich verboten werden. Das will Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit einer Präzisierung der einschlägigen Regelungen im Bürgerlichen Gesetzbuch erreichen, die bislang lediglich „entwürdigende Erziehungsmaßnahmen“ untersagen. Ihr gehe es darum, deutlich zu machen, „dass Prügel keine zulässige Erziehungsmethode sind. Bei jedem leichten Klaps den Staatsanwalt zu rufen, liegt mir fern.“

Langen – Gegen die von einem Virus ausgelöste Hepatitis-A-Infektion gibt es nun eine Schutzimpfung. Das Paul-Ehrlich-Institut hat den ersten Impfstoff gegen das Gelbsucht erregende Virus zugelassen. Das sogenannte Enterovirus, das eine Leberentzündung auslösen kann, ist nach Angaben des Instituts sehr stabil und wird vor allem mit verschmutztem Trinkwasser übertragen, Entwicklungsländer sind deshalb besonders betroffen.

London – Das Märchen von dem Prinzen und der schönen, scheuen Kindergartenhelferin, die sich am 29. Juli 1981 in London trauen ließen, ist zu Ende. Seit Monaten beherrschten Spekulationen über die Ehe von Prinzessin Diana und Prinz Charles die Medien, nun verkündete der britische Premierminister John Major die offizielle Trennung des Paars.

Bonn – Wehrpflichtige Abiturienten werden ab Juli 1993 gleich nach dem Schulabschluss die Einberufung erhalten. Der Beginn einer Lehre werde als Rückstellungsgrund nicht mehr gelten, erklärte das Bundesverteidigungsministerium. Damit werde die in Zeiten geburtenstarker Jahrgänge großzügiger gehandhabte Einberufungspraxis wieder beendet. Die demoskopische Entwicklung mache die rasche Einberufung erforderlich.

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