Wasserburg – Manuel Michaelis gab die Anregung zu diesem Thema. Ob und wie Reproduktionen den Blick auf die Kunst verändern, besonders in Zeiten der Digitalisierung, die täglich eine wahre Bilderflut beschert, aber auch KünstlerInnen die Möglichkeit gibt, ihre Kunst auf unzählige Weise zu reproduzieren und zu präsentieren. So zeigt Michaelis zwei seiner Werke nicht nur im Original, sondern auch in Schneekugeln, auf Sofakissen und Tapeten. Seine Motive – „covergirl“, ein Porträt von Diane Kruger, und „Ikarus and his twins“, eine Szene des Attentats vom 11. September, zeigen in ihrer Gegensätzlichkeit auf, wie Kunst durch Reproduktion zur Dekoration, aber auch zur Provokation werden kann.
Walter Voss hat seine Landschaft auf Briefmarken drucken lassen und erinnert daran, wie oft wir im Alltag Kunstreproduktionen in den Händen halten.
Auch Schmuck, Flip-Flops, T-Shirt und Handtücher wurden durch Reproduktionen von Alltagsgegenständen in Kunstwerke verwandelt.
Ob die Kunst damit Teil des Alltäglichen wird, oder der Alltag mit Kunst kreativer wird, bleibt die Entscheidung des Betrachters.
Einige Mitglieder nutzten auch andere Perspektiven, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. So weist Mario Aversano mit seinem Gemälde „Fruchtbarkeitstanz“ augenzwinkernd auf die Möglichkeit menschlicher Reproduktion hin, Andreas Fischer hat eine Klonmaschine aufgestellt und Roland Hanisch setzt sich mit seiner Installation mit einer gestörten Reproduktion auseinander – er fördert in einer Mitmachinstallation die Teilnehmer auf, für Wildblumensamen zu spenden. Reiner Devens zeigt ein Porträt von Günter Dietz, sozusagen einem Großmeister und Pionier der Kunstreproduktion.
Ungewöhnlich auch die Vernissage nach der Eröffnungsrede von AK68-Vorsitzendem Dominic Hausmann: Zum ersten Mal überhaupt bei einer Ausstellung im Ganserhaus war der Nikolaus. Er lobte unter anderem die Mitglieder, dass diese sich bei ihren Arbeit tatsächlich an das Thema hielten. Und er tadelte, unter anderem den Vorsitzenden, weil er auch bei Gesprächen hin und wieder in sein Handy schaut.
Die Ausstellung ist bis Samstag, 7. Januar, im Ganserhaus in der Schmidzeile zu sehen. Geöffnet ist von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 14 bis 19 Uhr. re