Informationsveranstaltung stösst auf interesse

Carsharing künftig auch in Obing?

von Redaktion

Obing – Dass Obing an den Öffentlichen Personennahverkehr nicht gut angebunden ist, wird zwar immer wieder beklagt, hat aber in erster Linie dazu geführt, dass sich die meisten Obinger ein Leben ohne eigenes Auto gar nicht mehr vorstellen können. Aber es werden immer mehr, die nach Alternativen suchen, wie man auch ohne Individual-Auto auf dem Land mobil sein kann.

Vergleichbarer Nachbarort

Und für die lud die Politische Alternative Obing (PAO) Tilo Teply von der „Ameranger Autogemeinschaft“ ein zu berichten, wie in Amerang das Autoteilen funktioniert, einem mit Obing gut vergleichbaren Nachbarort. Und mehrere Teilnehmer der Informationsveranstaltung gingen auch gleich in die Praxis. Adressen wurden ausgetauscht, man vereinbarte weitere Treffen, um die gemeinsame Nutzung von Autos vorzubereiten, bekannt auch unter dem Begriff Carsharing.

„Für Obing wäre eine Möglichkeit, dass ein Obinger zum Einstieg sein privates Fahrzeug der Autoteilergemeinschaft überlässt und es an einem für alle erreichbaren Standort zur Verfügung steht. Die organisatorischen Angelegenheiten könnten möglicherweise zunächst über die AmAG abgewickelt werden“, meinte Tilo Teply.

Interessenten fürs Mitmachen beim Carsharing in Obing können sich bei Thomas Breu melden, Telefon 4222, oder unter thomas.breu@t-online.de.

Die Ameranger Autogemeinschaft (AmAG)

Gegründet wurde die Autoteilergemeinschaft im Jahr 2006 von sechs Familien, inzwischen sind es 13 Mitglieder. Für die meisten liegt der Vorteil in der Ersparnis des eigenen Zweitwagens. Dessen Anschaffungs- und Unterhaltskosten wären höher als die Nutzung der AmAG, man hat Zugriff auf ein größeres Auto, wenn das notwendig ist und man erhält zeitliche und organisatorische Freiräume, denn um Werkstattaufenthalte, TÜV, Reifenwechsel und Ähnliches kümmert sich die Gemeinschaft. In Amerang zahlt man neben einem Monatsmitgliedsbeitrag von fünf Euro pro Kilometer je nach Auto 30 bis 35 Cent, pro Stunde 40 Cent, nachts nur 10 Cent. Mehrere Jahre war nur ein Auto im Besitz der AmAG, ein großer Opel Zafira, und auch in dieser Zeit konnten Terminkollisionen vermieden oder zumindest durch gegenseitige Hilfe gemeistert werden. Die Ameranger zeigten laut Tilo Teply, dass ein Auto für mehrere auch auf dem Land funktioniert, wo im Umkreis des Standplatzes weniger Leute wohnen als in der Stadt und dadurch weniger gefahrene Kilometer zusammenkommen. Da liege schon eine Schwierigkeit, so Tilo Teply. Schließlich müssten aus den Gebühren pro gefahrenem Kilometer (zusammen mit einem Stundentarif) die Anschaffungs- und Unterhaltskosten finanziert werden. Deswegen wurde die Situation in Amerang durch ein zweites Auto sehr verbessert; das wurde der AmAG von der Raiffeisenbank als VR-Mobil zur Verfügung gestellt. Ein großer Schritt nach vorne war auch der Einstieg der Gemeinde Amerang als Mitglied der AmAG. So erfolgen nun alle Dienstfahrten der Gemeindeangestellten mit einem AmAG-Auto. Schließlich kam noch das Jugendprojekt mit einem Twizy dazu, so dass die AmAG-Autos insgesamt auf 20000 bis 25000 gefahrene Kilometer im Jahr kommen und die Nutzer der Gemeinschaftsautos noch flexibler machen. Der elektrisch betriebene Twizy bietet vor allem Jugendlichen Vorteile, die bereits als 16-Jährige ohne Begleitung selbstständig fahren können, allerdings nur mit bis zu 45 Stundenkilometern. Weitere Informationen zur AmAG unter www.amag-online.de.

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