Europa-Orient-Rallye: Teams aus Amerang und Obing dabei

7777 Kilometer für einen guten Zweck

von Redaktion

7777 Kilometer für einen guten Zweck – so lautet das Motto der Europa-Orient-Rallye, an der sich Elke und Herbert Meyer aus Amerang mit ihren Freunden aus Evenhausen und Obing beteiligen. Aus ganz Europa kommen die Teams Anfang Mai in Straßburg zusammen. Ziel ist Amman in Jordanien.

Amerang – Dreimal war Herbert Meyer bereits nach Jordanien unterwegs, seine Frau Elke ist heuer zum zweiten Mal dabei. Alle zwei Jahre starten die beiden mit einem Auto, das maximal 1111,11 Euro kosten oder 20 Jahre alt sein darf, so sind die Regeln. „Ich bin über einen Freund zu der Rallye gekommen. Er dachte sich, dass mir das gefallen wird“, erzählt Herbert Meyer. „Aufgrund der Tatsache, dass der Bekannte gesundheitsbedingt nicht teilnehmen konnte, bin ich nachgerückt.“

Und er hat offenbar gefallen gefunden: „Es ist wirklich ein tolles Abenteuer“, schwärmt Meyer, aber es gibt auch immer wieder einige Hürden zu bewältigen, insbesondere die Strecke hat es in sich und ist nicht frei von Komplikationen. „In einem Jahr mussten wir unsere Rallye in der Türkei beenden. Aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien konnten wir nicht die komplette Strecke bis nach Jordanien über Land fahren. So mussten wir auf insgesamt drei Fähren ausweichen. Unser Plan war es dann, alternativ am Hafen von Haifa anzukommen. Auf der Fähre wurde uns aber mitgeteilt, dass wir aufgrund von Einreisebestimmungen nicht anlegen durften. Die Schiffe nahmen daraufhin Kurs auf einen Hafen in Ägypten, während unter anderem auch das Auswärtige Amt mit dem damaligen Außenminister Guido Westerwelle versuchte, uns ein Visa zu organisieren. Das gelang leider auch nicht, da die ägyptische Regierung befürchtete, wir seien Autoschieber“, erzählt Herbert Meyer.

Wenn die beiden am 5. Mai in Straßburg starten, erwartet sie erneut eine abenteuerliche, harte und auch lustige Zeit. Viele Aufgaben gibt es zu bestehen, einige auch schon im Vorfeld der Rallye. „In diesem Jahr müssen wir Wasser aus einem heimischen Gewässer mitnehmen, um symbolisch das Tote Meer aufzufüllen“, sagt Elke Meyer. „Gewonnen hat am Ende nicht, wer als Erster im Ziel ist, sondern, wer alle Aufgaben erledigt und die höchste Punktzahl erreicht hat“, fügt ihr Gatte an. „Der Sieger bekommt ein junges Kamel. Da es nicht ins Gepäck passt, wird es einer Familie als Starthilfe geschenkt.“

„Der Sieger bekommt ein junges Kamel. Da es nicht ins Gepäck passt, wird es einer Familie als Starthilfe geschenkt.“ Herbert Meyer

Am 29. Mai geht es dann ohne Auto wieder zurück in die Heimat. Das Gefährt wird noch am Zielort in Jordanien für einen wohltätigen Zweck versteigert. Der Erlös geht an Hilfsprojekte wie zum Beispiel eine Musikschule für bedürftige und behinderte Kinder in der Türkei. „Natürlich sind wir auch immer auf der Suche nach Sponsoren, die sich an der EuropaOrient-Rallye beteiligen wollen“, erzählen die Meyers. Es gibt auch die Möglichkeit von Sachspenden. So wurden in den vergangenen Jahren unter anderem auch 111 Rollstühle für Bedürftige oder Dachlatten für ein Kinderheim in Syrien mitgenommen. „Auf dem Weg nach Jordanien fahren wir auch zu den Projekten der Vorjahre, um zu schauen, ob und wie unsere Hilfen angekommen sind.“ Es sind etwa 20000 Euro Kosten pro Team, die für Übernachtungen, Flüge, Verpflegung und Sprit zusammenkommen. Auch da wäre Unterstützung recht.

Wer sich über das Team oder die Rallye informieren möchte, kann das im Internet unter www.desert-wild-boys.de oder www.europa-orient.de.

Zahlen und Fakten

Streckenlänge: 7777 Kilometer.

Streckenführung: Von Straßburg bis Amman.

Fahrdauer: Dreieinhalb Wochen.

Fahrleistung am Tag: 555 bis 666 Kilometer.

Kosten: 1111,11 Euro (maximal) für die Beschaffung eines Autos.

Vorbereitungszeit: Sechs bis neun Monate.

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