Rosenheim/Kolbermoor – 2017 war die Aktion ein großer Erfolg: Rund 24 500 Fahrgäste stiegen an den vier Adventssamstagen ein – doppelt so viele wie an vier „normalen“ Samstagen, an denen für eine Busfahrt gezahlt werden muss. „Genutzt wurde dieses Angebot vor allem von Familien mit Kindern. Die Kleinen hatten bei den Fahrten großen Spaß“, beobachtete Ingmar Töppel, Geschäftsführer des Rosenheimer Stadtverkehrs, im vergangenen Jahr. Aufgefallen ist ihm außerdem, dass an den vier Adventssamstagen wesentlich mehr Besucher aus Tirol zum Einkaufen nach Rosenheim kamen als in den Jahren zuvor. Mit den Menschen profitiert nach Ansicht von Töppel auch die Umwelt. Rund 24500 Fahrgäste in den Bussen sparen, statistisch gesehen, rund 20000 Autofahrten ein, rechnete er bei der gestrigen Pressekonferenz im Glückshafen vor.
Möglich gemacht wird die Aktion durch den Zusammenschluss von mittlerweile 14 Unterstützern. Hinter der Initiative „Starke Partner – gemeinsam für Rosenheim“ stehen: Aicherpark, City-Management, Einkaufsbahnhof Rosenheim, Gewerbeverband, IHK, Kroiss-Ticket-Zentrum, Rosenheimer Verkehrsgesellschaft, Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Stadt Rosenheim, Stadt Kolbermoor, Stadtverkehr Rosenheim, Weko, der Wirtschaftliche Verband und in diesem Jahr neu dabei der Seniorenbeirat, der auf die Weise auch den Besuchern der Seniorenmesse im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim am 1. Dezember die kostenlose Benutzung des ÖPNV ermöglicht.
Erstmals dabei:
Stephanskirchen
Frisch angekoppelt ist, aufgrund der hohen Nachfrage aus der Bevölkerung, erstmals die Gemeinde Stephanskirchen in Kooperation mit Omnibus Reiter und dem RVO: In einem stündlichen Bustakt geht es an den vier Adventssamstagen bei ebenfalls kostenloser Fahrt von und nach Stephanskirchen. Nicht dabei sein kann in diesem Jahr die Gemeinde Pfaffenhofen, aus organisatorischen Gründen, wie Töppel erklärte. Dafür macht aber die Stadt Kolbermoor wieder mit.
Mittlerweile interessieren sich auch immer mehr andere Städte für diese Idee, wie City-Managerin Sabrina Obermoser berichtete. So will beispielsweise Tuttlingen in Baden-Württemberg mit einem derartigen Angebot mehr Bürger vom Auto weg in Bus und Bahn locken. Die Stadt Aschaffenburg hat jüngst sogar beschlossen, den ÖPNV an allen Samstagen kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Für seine Idee belohnt wurde das City-Management Rosenheim in diesem Jahr mit dem zweiten Platz beim Bayerischen Stadtmarketingpreis. Wolfgang Janhsen, Leiter der IHK, ist sich sicher, dass mit diesem Projekt auch der Einzelhandel in Rosenheim gestärkt wird. „Der Online-Handel nimmt mittlerweile zwar nicht mehr ganz so stark zu, trotzdem ist der stationäre Einzelhandel gefordert. Der Adventsbus ermöglicht es, ganz entspannt seine Weihnachtseinkäufe erledigen zu können. Davon profitieren alle Einzelhändler in der Stadt“, meint er.
Selbst beim Christkindlmarkt ist der kostenlose Busverkehr an den Adventssamstagen immer wieder Thema, erzählten Klaus Hertreiter und Tobias Tomczyk vom Wirtschaftlichen Verband. „Für diese Aktion erhalten wir viel positives Feedback.“ Unterstützt wird die Aktion außerdem von der Stadt. „Das ist eine tolle Initiative, um den Verkehr zu entlasten“, sagte Herbert Hoch, Dezernent für Recht, Sicherheit und Ordnung.
Nichts ändern lässt sich auch weiterhin an den bürokratischen Hürden, die den Organisatoren der Aktion im vergangenen Jahr auferlegt wurden: Alle Zeitfahrkartenbesitzer werden gebeten, die Fahrausweise vorzuzeigen. Ansonsten gilt: „einfach einsteigen und losfahren!“, versprechen die Organisatoren.