Amerang – In seiner vorangegangenen Sitzung hatte der Gemeinderat grünes Licht gegeben für ein städtebauliches Konzept, mit dem das geplante Baugebiet in Kammer entwickelt werden soll. Das Gremium beschloss die weitere Ausarbeitung einer Entwurfsplanung. Auf Antrag von Simon Strell (CSU), kam das Vorhaben nun erneut auf die Tagesordnung.
Aus Strells Sicht geht die geplante Bebauung in Kammer am Bedarf der Ameranger Bürger vorbei. Es gäbe gerade mal fünf bis sechs Parzellen für Einfamilienhäuser, die von der Gemeinde zu vergeben seien.
Im Gegensatz dazu stünden etwa 100 Anfragen von Bauwerbern. Es gehe um junge Familien, die sich ein Haus mit Garten für sich und ihre Kinder wünschten, sagte Strell. Die Tatsache, dass in den rund 100 Wohnungen der mehrgeschossigen Wohnanlagen in Amerang nur sieben Familien mit Kindern wohnen bestärke ihn in seiner Überzeugung, dass hier das Klientel ein anderes sei.
Die Gemeinde müsse einen Mittelweg gehen und Angebote machen, um die jungen Familien in der Gemeinde zu halten.
Rupert Mayer (CSU) und Werner Höhne (FWK) teilten diese Meinung und regten an, die Bauparzellen zu verkleinern. Matthias Schmid (SPD) warb dafür, nicht komplett vom angedachten Konzept abzurücken. „Wenn es ‚amerangerisch‘ werden soll, darf es keine Einfamilienhaus-Siedlung werden“. In Kammer solle ein zukunftsorientiertes Angebot mit einer guten Mischung aus klassischen Einzelhäusern, mehrgeschossigen Wohnungsbau und funktionierender Infrastruktur entstehen.
Bürgermeister August Voit (CSU) plädierte in der Beratung dafür, dass mit dem städtebaulichen Konzept kein allzu forscher Wechsel in der Bebauung vorgenommen werden sollte.
In den vergangenen fünf Jahren sei aufgrund fehlender Flächen ein Vakuum auf dem Wohnungsmarkt entstanden. Ein Drittel der vorhandenen Flächen müsse deshalb schnell bebaut werden.
Die Gemeinde könne nur zu 50 Prozent steuern, wer hier komme und klar sei auch, dass hier Wohneinheiten für „Normalverdiener“ und Eigenheime für Ameranger Bürger entstehen sollten.
Voit gab auch zu bedenken, dass die Gemeinde für den mehrgeschossigen Wohnungsbau aber Projektträger brauche. Dabei müsse die Frage gestellt werden, ob man dieses Klientel gesellschaftspolitisch anstrebe.
Rupert Rußwurm (CSU) regte an, dass die Gemeinde als Grundstückseigentümer vorgeben müsse, wie die Bebauung aussehen solle.
Für Konrad Fürstenberger (BFU/ÖDP) bleibt die geplante Bebauung auch nach der zweiten öffentlichen Beratung ein „Unding“, das vom Ortsbild her nicht tragbar sei. In relativ kürzer Zeit würde hier eine massive Bebauung forciert, „die dazu beiträgt, dass hier eine Satellitensiedlung entsteht“.
Städtebaulicher Entwurf soll abgeändert werden
Der Rat griff dennoch die neuerlichen Überlegungen auf und kam überwiegend zu der Überzeugung, dass auf einige Mehrfamilienhäuser und Grünflächen zugunsten von mehr Einzel- und Doppelhäusern verzichtet werden soll.
Der städtebauliche Entwurf soll entsprechend abgeändert werden.