Interview mit Libor Valecka, Mitglied der Dudelsack-Kapelle aus Ledce

von Redaktion

Wasserburg – „Böhmisch-bayerische Freundschaft“ – Liada und Musi zu Gschicht‘n übers Grenzland zu Böhmen“ ist bei den Wasserburger Volksmusiktagen der Titel des Abends im Rathaussaal. Dazu kommt auch Libor Valecka aus Tschechien mit seiner Dudelsack-Kapelle wieder nach Wasserburg. In der Stadt am Inn sind die Gäste aus Ledce keine Unbekannten, auch beim Nationenfest hat die Kapelle schon gespielt.

Wie kamen sie denn gerade auf Wasserburg?

1994 war ich als Student in Tulling bei Ebersberg bei Freunden, wo ich auch übernachtet und über Wasserburg viel Positives gehört habe. Auch in Obereichhofen haben wir Freunde, konkret in der Blasmusik und der Familie Pfaff. Dort haben wir beim Musikantentreffen am Kirtasonntag mehrmals gespielt, ich denke, das erste mal schon im Jahr 1996.

Und wie kam dann der Kontakt mit den Organisatoren vom Nationenfest zustande?

Ich habe davon gehört und wir haben uns beworben bei der Organisation des Nationenfestes. Das war 2007 zum ersten Mal. Angeschrieben haben wir Rio Konkret, Herrn Bachmann. Gespielt haben wir dann auf der Bühne in der Frauengasse und in der Hofstatt.

Mit welchen Erwartungen kamen Sie und welche Eindrücke nahmen Sie mit nach Hause?

Das Festival war für uns interessant und wir wollten auch einmal was anderes versuchen. Bis dato waren wir in Erfurt beim Cioff Festival Danetzdare und in Bittburg beim Folklorefestival. Das hat uns sehr gefallen. Auch heuer waren wir eingeladen, haben aber abgesagt, weil der Dudelsackspieler nicht spielen konnte. Nach dem Nationenfest in Wasserburg sind wir damals zufrieden nach Hause gefahren. Auch die Altstadt hat uns gefallen.

Welche Bezüge hat die Kapelle mittlerweile mit Wasserburg?

Im Jahr 2008 waren wir beim Konzert der Volksmusiktage in dem wunderschönen Saal, wo es die schönste Akustik gibt, die wir je erlebt haben. Damals waren dort auch sehr freundliche Leute und Musiker. Ich denke, dass auch das Publikum damals begeistert war. Allgemein war das Konzert sehr schön und erfolgreich. Wie auf Deutsch gesagt: Gerne wieder.

Was sind die Unterschiede zwischen der Volksmusik in Böhmen und in Oberbayern?

Wir spielen temperamentvolle Polkas und Walzer. Bei der Volksmusik hat jede Musik ihre eigene Art. „Musik kennt keine Grenzen, da spielt die Sprache keine Rolle …“

Wie kommt der Dudelsack zur böhmischen Volksmusik?

Wir haben einen westböhmischen Dudelsack und das ist für diese Region ein typisches Instrument, er taucht in der Geschichte schon im 14. Jahrhundert auf. Damals haben die „Dudelsäcker“ das Instrument geblasen, analog dem schottischen Dudelsack. Aber seit dem 19. Jahrhundert ist ein Blasebalg eingebaut und der Spieler kann auch beim Spielen singen. Der Dudelsack hat auch den Spitznamen „Böhmischer Bock“. interview: ulrike vonau

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