Mettenheim – Auf der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Kreuzerwirt zogen die Verantwortlichen des Maschinenrings Altötting-Mühldorf eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Nach den Worten des Vorsitzenden Wolfgang Lohr konnte der Umsatz trotz des Hitzesommers um knapp 20000 Euro auf rund 25 Millionen Euro gesteigert werden.
Der Verein erwirtschaftete in seinem Hauptbereich – der „landwirtschaftlichen Nachbarschaftshilfe“ – in knapp 175000 Arbeitsstunden knapp 17,8 Millionen Euro. Dabei laufen rund 60 Projekte gleichzeitig. Der zweite große Bereich, die gewerblichen Dienstleistungen wie Winterdienste oder die Baumpflege an den Straßen, schlägt mit 6,1 Millionen Euro zu Buche.
Und auch die Personaldienstleistungen (rund 800000 Euro) und Hackschnitzelerzeugung (rund 60000 Euro) entwickelten sich nach den Worten von Wolfgang Lohr gut. Dabei kostete die Verwaltung die 3518 Mitglieder des Maschinenrings rund 450000 Euro. Gegen den Planungsbetrag von 440000 Euro gab es keinen Widerspruch.
Bevor Hauptredner Friedrich Wenz aus Baden über natürliche Düngung durch gezielte Zwischensaaten sprach, übte der Vorsitzende Wolfgang Lohr unter anderem heftige Kritik am Volksbegehren zum Artenschutz. Dabei sei ein Bild von der Landwirtschaft gezeichnet worden, das nicht der Realität entspräche. Schon länger würden 15000 Hektar im Ringgebiet nach dem staatlichen Kulturlandschafts-Förderprogramm nicht mehr intensiv bewirtschaftet. „Das passiert freiwillig und selbstständig“, führte Geschäftsführer Peter Falter auf Nachfrage der Heimatzeitung aus. „Allein der Beamte, der diesen Wortlaut im Volksentscheid zugelassen hat, war wohl nicht richtig informiert!“, führte Lohr weiter aus. Schließlich seien die Bienen keineswegs vom Aussterben bedroht.
Das Interesse der Bürger sei gering, vermutet man beim Maschinenring: Kaum jemand interessiere sich beispielsweise für eine „Blühpatenschaft“. Mit dem Angebot, dass jedermann für 50 Euro im Jahr eine Patenschaft für 100 Quadratmeter Ackerland übernehmen könne, versuchen die Bauern derzeit, das Volksbegehren an die Initiatoren zurückzuverweisen. So seien im Landkreis Altötting aber bisher nur 1,5 Hektar, im Landkreis Mühldorf gar nur 0,26 Hektar an geschützter Fläche zusammengekommen, insgesamt also keine zwei Fußballfelder. Die Kritik Lohrs ging aber auch an die Politik und Verwaltung: „Wir mussten nun schon das zweite Jahr in Folge mit der Düngeplanung ins Blaue schießen!“ Erst im November, als die Planungen und Bestellungen der Landwirte für das kommende Jahr im Prinzip schon abgeschlossen sein sollten, hätte es Lohr zufolge neue und dem Vorjahr widersprechende Regelungen gegeben.
Landrat Georg Huber kann die Kritik durchaus nachvollziehen: „Ich finde es auch schwierig, was für widersprüchliche Meldungen da aus den Ministerien kommen.“ Für diesen Satz bekam er Applaus von den rund 350 Mitgliedern.