Wasserburg – Teufelsgeige und Dudelsack sind die beiden speziellen Instrumente der Böhmischen Volksmusik, „Klarinette, Geige und Kontrabass spielen sie dazu wie wir auch“, sagt Claudia Geiger. Teufelsgeige und den westböhmischen Dudelsack mitbringen wird die Dudelsack-Kapelle aus dem tschechischen Ledce, die beim Abend im Rathaushausaal am Samstag, 13. April, musizieren und singen wird. „Böhmisch-bayerische Freundschaft“ ist das Motto dieses Abends, bei dem auch die Sulzberger Sängerinnen aus Oberbayern, die „Kirnstoaner Tanzlmusi“ aus Kiefersfelden, die „Woidariensänger Linderberg aus Niederbayern und die „Familienmusik Weiderer“ dabei sind. Eberhard Kreuzer aus Zwiesel führt durch den Abend, erzählt Geschichten aus dem bayerisch-böhmischen Grenzgebiet und von den Unterschieden, Gemeinsamkeiten und Eigenheiten der Volksmusik in Böhmen, Nieder- und Oberbayern.
Dass böhmische Musikanten bei den Wasserburger Volksmusiktagen im Rathausaal aufspielen, ist nicht das erste Mal. „Der böhmische Wind“ war vor vielen Jahren Titel des Konzerts im Rathausaal, damals organisierte Bert Lindauer noch die Volksmusiktage. Und auch die „Dudelsack-Kapelle“ aus Ledce ist in Wasserburg keine unbekannte Kapelle. Sie waren schon bei den Volksmusiktagen wie auch beim Nationenfest zu hören (siehe Interview).
Auftakt am 5. April
in der Wirtsstube
beim Paulaner
In der Wirtsstube beim Paulaner ist auch heuer am Freitag, 5. April, der Auftakt der Volksmusiktage. Wirtshauslieder, Gstanzl und gesellige Lieder spielen und singen Gruppen aus dem Chiemgau, aus der Holledau und aus Uffing am Staffelsee. G’schichten erzählen „Mare & Miche“. Allerdings, wie jedes Jahr, waren für diesen Abend die Karten ziemlich schnell weg.
Weil Ostern dieses Jahr spät ist und das Bauernhausmuseum bereits geöffnet hat, kommen Musikanten zweimal zum traditionellen Singen und Musizieren nach Amerang. Das erste Mal kommen ab Mittag Singgruppen und Musikanten am Sonntag 7. April. Zwischen 14 und 16 Uhr ist gemeinsames Singen und Tanzen zum Thema „Jetzt fangt das scheene Fruajahr an…“. Am zweiten Sonntag, am 14. April, kommen Eva Bruckner und Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern und laden vor allem Familien und Kinder zum Singen ein. Die Buben und Mädchen bekommen gratis ein Liederheftchen.
Wie schon seit Langem ist der Wasserburger Heimatverein wieder mit dabei mit einer Veranstaltung. Bert Lindauer liest am Montag, 8. April, im Gasthaus Paulaner aus Texten von Tacitus bis Feuchtwanger, manchmal zum Nachdenken, überwiegend zum Schmunzeln. Die „Rettenbacher Sängerinnen“ und die „Herzog Flöten- und Saitenmusik“ begleiten den Abend.
Wie die Volksmusiktage immer mit der Volksmusik beim Wirt beginnt, endet die Veranstaltungsreihe wieder mit dem Passionsgottesdienst, heuer am Sonntag, 14. April. Mit altbayerisch-alpenländischen Liedern und Volksmusik gestalten die „Grafenberg-Saitenmusik“ und die „Geschwister Moosrainer“ den Passionsgottesdienst, Ferdinand Steffan ist Sprecher.
„Im Moment hat die Volksmusik bei der Jugend keinen schlechten Stand“, hat Claudia Geiger festgestellt. Auch nach über 20 Jahren sind die Volksmusiktage ihr ein Herzensanliegen, übernimmt sie die Organisation gern.
Eines gibt es, was ihr dabei ein bisschen fehlt: der Volkstanz zu den vielen Liedern. Aber Tanzen in der Fasten- und Passionszeit geht gar nicht. Von Anfang an finden die Volksmusiktage vor Ostern statt. „Den Termin verschieben, das wäre ein zu großes Risiko, die Leute haben den Termin vor Ostern im Kopf.“