Nachruf

von Redaktion

Wasserburg – Er galt als Wasserburger Urgewächs, geboren wurde er jedoch in München: Heinrich Kurz, den jeder als „Heini“ kannte. Nun ist er im Alter von 80 Jahren verstorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Maria-Juliana, drei Töchter, elf Enkerl und drei Urenkerl. Um ihn trauert auch die Feuerwehr – hier war er nicht nur fast 65 Jahre Mitglied, sondern auch langjähriger Kommandant und Ehrenkommandant.

Heinrich Kurz hatte so viele Ehrenämter inne, dass mancher sich gewundert hat, wie er das zeitlich mit Frau und Familie auf die Reihe bekommen hat. Da sagt seine Witwe Maria-Juliana lapidar: „Für Auseinandersetzungen blieb keine Zeit.“ Kennengelernt haben sich die beiden beim Wasserwachtsball, drei Jahre später, im Jahr 1961, traten sie vor den Traualtar.

Der gebürtige Münchner Heini war als vierjähriger Bub mit seiner Mutter und drei Geschwistern in Folge der Bombardierung der Landeshauptstadt nach Isen, Ferchensee, gekommen. In die Schreinerlehre ging er dann in Wasserburg. Nach dem Abschluss arbeitete er in verschiedenen Betrieben, war als Justizangestellter im Amtsgericht tätig und dann bei der Stadt.

Seit seinem 16. Lebensjahr war er Mitglied der Feuerwehr und führte fast 30 Jahre als Kommandant die Geschicke der Floriansjünger. Er war es, der die Jugendfeuerwehrgruppe ins Leben rief. Viele Mitglieder der heutigen Führungsmannschaft hatte er vor vielen Jahren als Jugendliche ausgebildet, gefördert und gefordert. „Bei so manchen Brand hieß es, ,da kommt wieder da Heini mit seinem Kindergarten‘“, so Georg Schmaderer – einer von Kurz‘ einstigen „Kindern“ und heutiger Kommandant.

Ab 1970 stand Heini Kurz als Kreisbrandmeister in ehrenamtlichem Dienst der Kreisbrandinspektion Rosenheim. Auch bei den Feuerwehr-Oldtimern redete er „ein gewichtiges Wort mit“, sagt seine Frau.

Ihm sei es wichtig gewesen, auch nach seiner aktiven Zeit dem Vereinsleben seiner Feuerwehr treu zu bleiben. 20 Jahre managte er Verwaltung und später auch den Verleih des Geschirrmobils und sprang auch zuletzt ein, wenn Not am Mann war. „Er hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu schließen ist“, so Rudi Göpfert, Vorsitzender des Verwaltungsrates und stellvertretender Kommandant. Neben vielen Auszeichnungen im Feuerlöschwesen wurde er 2016 mit dem Ehrenzeichen der Feuerwehr der Stadt Wasserburg geehrt.

Seit dem Jahr 2000 arbeitete Kurz bei den Kellerfreunden mit, sanierte und betreute mit den Helfern die Waldkapelle. Bei der Wasserwacht war er auch 50 Jahre aktiv, 15 Jahre davon als Vorsitzender.

Seine Frau Maria-Juliana, die aus Babensham stammt, packte oft die Kinder ein, und verbrachte so manches „Wasserwachts-Wochenende“ am See – um ihrem Gatten nah zu sein. Sie engagierte sich, buk Kuchen für Vereinsfeste und packte da mit an, wo es nötig war. Als Enkel und Urenkel kamen, entlastete sie die Familien.

Im Ruhestand gönnten sich Heini und seine Maria Campingurlaub in Italien und Wandertage in Südtirol, wenn es zeitlich passte. Aber wenn es was zu feiern gab – immer nur mit der Familie.mep/kla

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