Europa steckt überall drin

von Redaktion

Europa, Brüssel und Straßburg – für viele weit weg. Doch die EU ist überall: im Smartphone und im Einkaufswagen, in der Küche und vor der Haustür, im Naturschutzgebiet und auf dem Fernstraßennetz, am Badesee und an der Hochschule.

Deshalb wird immer wieder auf die Wichtigkeit der Europawahl hingewiesen. Alle fünf Jahre wird ein neues Parlament gewählt. Jetzt ist es wieder so weit. Am Sonntag, 26. Mai, sind in Stadt und Landkreis Rosenheim rund 240000 Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Aber viele werden wohl wieder daheim bleiben. Denn die Resonanz war auch in der Region stets gering. Die Wahlbeteiligung lag ausnahmslos deutlich unter 50 Prozent. 2014 sank sie auf 42,1 Prozent im Landkreis und 37,0 Prozent in der Stadt Rosenheim. Im Schnitt ging also nur jeder Vierte zur Wahl. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 lag die Quote in der Region bei 80 Prozent, bei der Landtagswahl 2018 bei 75 Prozent.

Dabei geht Europa doch jeden an: Jahrzehntelanger Frieden, der größte Binnenmarkt der Welt, Reisen ohne Grenzkontrollen, günstige Telefonate aus dem Ausland ins deutsche Netz, einheitlichere Bildungsabschlüsse und eine gemeinsame Währung – das sind nur wenige von vielen Errungenschaften der Union, von denen EU-Bürger täglich im Alltag profitieren. Natur-, Arten- und Klimaschutz sowie Luft, Wasser, Lärm und Abfall sind längst europäische Themen. Dennoch sind die Meinungen gespalten. Für Europafans ist die EU, trotz der vielen Krisen und Kritiker, als Garant für Frieden und Wohlstand alternativlos. Skeptiker sehen in der Union dagegen ein träges, überflüssiges Bürokratiemonster, das die Länder und Kulturen durch Bevormundung und Vereinheitlichung hemmt und in ihren Rechten beschneidet. 40 Wahlvorschläge stehen am Sonntag in Bayern auf dem Stimmzettel.

Noch drei Gründe für die rund 240000 Stimmberechtigten, ihr Kreuzerl zu machen: Die Wahl ist so einfach wie kaum eine zweite: Jeder hat eine Stimme. Zweitens: 96 von 751 Sitzen im neuen EU-Parlament sind für Deutschland reserviert, also kommt jedes achte Mitglied aus der Bundesrepublik. Drittens: Es gibt keine Fünf-Prozent-Hürde – und damit keine „verschenkte“ Stimme.

Die Wahllokale sind von 8bis 18 Uhr offen.

Artikel 1 von 11