„Umwelt- und Tierschutzauflagen sehr streng ausgelegt“

von Redaktion

Bernhard Astl, 22 Jahre alt, aus Flintsbach, Wirtschafter des Landbaus, Meisteranwärter und Bergbauer mit 14 Milchkühen:

„In den letzten Jahren ist die Grundaufgabe des Staatenbundes immer weiter ins Hintertreffen geraten. 1984 wurden 70 Prozent des EU-Haushalts für die gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) verwendet. Ziel war es, die Landwirtschaft zu unterstützen und so die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu günstigen Preisen zu gewährleisten. Aktuell werden nur noch 29 Prozent der Mittel für die Landwirtschaft verwendet. Anstatt die Landwirte zu unterstützen, werden immer weitere Verordnungen, wie zum Beispiel die Düngeverordnung, erlassen. Wie soll ein Landwirt die strengeren Anforderungen erfüllen und die höheren Kosten leisten, wenn im Gegenzug die Lebensmittelpreise oder die staatlichen Förderungen nicht steigen? Der einzige Weg ist die Flucht nach vorne – wachse oder weiche. Somit fördert die EU ganz klar den Strukturwandel, obwohl immer wieder beteuert wird, dass die kleinen Betriebe erhalten werden sollen. Vor allem bei uns in Deutschland sind die Umwelt- und Tierschutzauflagen sehr streng ausgelegt und die Sensibilität der Bevölkerung bei solchen Themen ist hoch. Trotz dieser Forderungen ist kaum jemand bereit, einen angemessenen Preis für die Lebensmittel zu bezahlen.

Anstatt die Direktbeihilfen aufzuweichen, sollten die Umweltbeihilfen erhöht werden, um so nachhaltigen Landwirten ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen. Ich erhoffe mir nach der Europawahl ein klares Bekenntnis zur Landwirtschaft. Nur ein finanziell stabiler Betrieb kann in den nächsten Jahren bestehen und eine umwelt- und artgerechte Landwirtschaft betreiben.“

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